Samstag, 26. Januar 2013

DIE AFFÄRE ERNST WINTER - Krimi-Hörspiel nach einem wahren historischen Fall


Zum 1. Todestag von Vadim Glowna (24. Januar) sendet MDR Figaro am Montag  (28.01.13) um 22:00 Uhr das Hörspiel "Die Affäre Ernst Winter" nach einem wahren Kriminalfall von Rolf Schneider. (Lief zuletzt im November 2010)

Im März des Jahres 1900 wird in der westpreußischen Kreisstadt Konitz, nahe der Tucheler Heide, verschnürt in einen Sack der verstümmelte Oberkörper einer männlichen Leiche entdeckt. Wie die Ermittlungen der Behörden ergeben, handelt es sich bei dem aus dem flachen Wasser des Mönchsees geborgenen Rumpf um den bereits seit einigen Tagen vermissten Gymnasiasten Ernst Winter. 

Die abgetrennten Beine und Arme werden im Laufe der Nachforschungen aufgefunden, zuletzt der Kopf. Das Zerstückeln des Körpers lässt auf Fachkenntnisse schließen. Der wohlhabende Fleischermeister Hoffmann gerät unter Verdacht, zumal er den als Frauenhelden verschrieenen Oberschüler mit seiner Tochter erwischt haben könnte. 

Doch beweisen lässt sich nichts, Hoffmann kommt wieder auf freien Fuß. Währenddessen erregt der Fall Aufsehen, der Name Konitz geht durch die Blätter des Kaiserreichs. Umso mehr drängt die aus Berlin angerückte Verstärkung auf Aufklärung. 

Dann kommen Gerüchte auf. Sie beziehen sich zuerst auf den jüdischen Fleischer Isidor Lewy und seinen Sohn Moritz, der einer Falschaussage überführt werden kann. Wenig später bereits auf die Konitzer Juden im Allgemeinen. 

Und das Motiv? Plötzlich ist vom "Ritualmord" die Rede, von jüdischer Gier nach dem Blut unschuldiger christlicher Knaben. Die aufgebrachte Menge, mehrere hundert Menschen, zieht vor die Synagoge und steckt sie in Brand. 

Erst durch herbeigerufenes Militär kann diesem schwersten Ausbruch antisemitischer Gewalt im wilhelminischen Deutschland Einhalt geboten werden. 

Ernst Winters wirklicher Mörder wird nie ermittelt.

Rolf Schneider, geboren am 17. April 1932 in Chemnitz, aufgewachsen in Wernigerode. Seit Ende der 50er Jahre freier Schriftsteller. 1976 einer der Erstunterzeichner der Biermann-Protestresolution. Über fünfzig Hörspiele, u.a. "Zwielicht" (Hörspielpreis der Kriegsblinden 1966). Zuletzt beim MDR: "Die Affäre d'Aubray" (MDR/RBB 2004), "Die Affäre Leopold-Loeb" (RBB/MDR 2004), "Nach der Liebelei" (ORF/MDR 2006) und "Feuer an bloßer Haut" (MDR 2007)

Vadim Glowna, (26. September 1941 Eutin - 24. Januar 2012 Berlin), wuchs in Hamburg auf. Dort, am Deutschen Schauspielhaus, bei Gustaf Gründgens, begann 1961 seine Bühnenlaufbahn. Später inszenierte er auch selbst, war Regisseur und Produzent. Doch bekannt wurde er vor allem durch Film und Fernsehen. Seit 1964 in mehr als 130 Rollen zu sehen, galt er als einer der profiliertesten deutschen Charakterdarsteller (u.a. in "Die Unberührbare", "Der alte Affe Angst" und "Mein Name ist Bach").

Regie: Götz Fritsch
Produktion: MDR 2008

Sprecher: 
Vadim Glowna - Braun
Fabian Busch - Moritz
Jürgen Holtz - Settegast
Günter Grabbert - Lange
Franziska Troegner - Minna Ross
Horst Hiemer - Lewy
Effi Rabsilber - Elise
Danne Hoffmann - Mathilde Borchardt
Klaus Manchen - Gustav Hoffmann
Elisabeth Trissenaar - Auguste Rohde
Martin Seifert - Moische Pollatschek
Stefanie Rösner - Anna
Hansjürgen Hürrig - Wehn
Jens Wawrczeck - Nathan Blau
Dieter Wien - Arzt
Mirco Kreibich - Schüler
Traugott Buhre - Prälat

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