Dienstag, 15. Januar 2013

DER TOD BIN ICH - Der Autor macht es seinen Lesern nicht leicht

Krimi-Rezension Elke Heid-Paulus

Ein verträumter Gutsverwalter in Bayern, der durch einen skrupellosen Mord aus seiner beschaulichen Idylle gerissen wird. Ein junger Kernphysiker, der sich im Intrigenspiel des Kalten Krieges verfängt. 

Eine Formel, die möglicherweise die gesamte Menschheit gefährdet. Ein Notizbuch, dem das legendäre Zitat Robert Oppenheimers „Der Tod bin ich, Erschütterer der Welten“ vorangestellt ist. Drei ehemalige Agenten der Supermächte, die sich auf eine letzte Mission begeben. (Verlagsinfo)

Ebenso spannend wie „Der Tod bin ich“ von Max Bronski scheint die Frage zu sein, wer sich hinter diesem Autorenpseudonym verbirgt. Gesichert scheint nur, dass er in München lebt, alle anderen Informationen zu seiner Vita, wie beispielsweise das abgebrochene Theologiestudium, sind reine Spekulation. Warum ein Autor so geheimnisvoll mit seinen persönlichen Daten umgeht, macht mich dann doch etwas nachdenklich. Steht er etwa nicht hinter den Ergebnissen seiner Arbeit?

Aber nun zum Buch: Tino Senoner, Verwalter und „Mädchen für alles“ auf Schloss Ottenrain, begibt sich auf die Suche nach dem Mörder seines Vorgängers Richard Eulmann. Dieser lebte während seiner letzten Lebensjahre völlig abgeschieden und von der Welt abgewandt in einer Hütte auf dem Schlossgelände. 

Warum nur? Und welche Ereignisse haben dazu geführt? Als er schließlich Besuch aus seiner Vergangenheit bekommt, muss er dies mit dem Leben bezahlen.

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Worum geht es letztendlich in dem neuen Thriller von Max Bronski? Eine erste Ahnung bekommt man bereits, wenn man sich die Zitate anschaut, die den vier Teilen des Buches vorangestellt sind: Schrödinger, Heisenberg, Hawking, Oppenheimer – allesamt bedeutende Physiker.

Bronski hat eine Geschichte geschrieben, die sich intensiv damit beschäftigt, welche Verantwortung Wissenschaftler für das Ergebnis ihrer Forschung zu übernehmen haben. Und das gerade dann, wenn Technologien im Spiel sind, die verheerende Auswirkungen haben können, wenn sie in die falschen Hände geraten. 

Wie immer in solchen Fällen geht es um Macht, aber auch darum, inwieweit der Einzelne sich seiner persönlichen Moral verpflichtet fühlt.

Beim Lesen dieses Buches muss man sich Zeit nehmen, denn der Autor macht es seinen Lesern nicht einfach. Der Text ist mit sehr viel Fachwissen aus dem Bereich der Kernphysik gespickt und geht ins Detail, so dass ich zum besseren Verständnis parallel immer wieder recherchieren musste. 

Diese Unterbrechungen machten die Lektüre anstrengend und trübten dann doch das Lesevergnügen enorm.

DER TOD BIN ICH ist gebunden (400 Seiten) im Antje Kunstmann Verlag für 16,95 Euro erschienen.

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