Dienstag, 4. Dezember 2012

TODESSCHIFF - Island-Thriller mit unheimlicher Atmosphäre

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

Eine Luxusyacht treibt führerlos in den Hafen von Reykjavik. Sie wurde in Lissabon gechartert. Doch wo sind die sieben Menschen, die eigentlich auf dem Schiff hätten sein sollen? Der Kapitän, zwei Besatzungsmitglieder und eine vierköpfige Familie. Gerieten sie in Seenot und treiben jetzt in einem Rettungsboot draußen auf dem Atlantik? 

Doch dann wird eine Leiche an Land gespült. Dieser Mensch ist eindeutig nicht im Wasser umgekommen, gehörte aber zur Besatzung. Rechtanswältin Dóra versucht die Hintergründe zu erforschen und kommt einer furchtbaren Wahrheit auf die Spur. (Verlagsinfo)

Rechtsanwältin Dóra Guðmundsdóttir wird von einem älteren Ehepaar beauftragt, die Hilfe bei den Formalitäten gegenüber Behörden und Versicherung benötigen, da ihr Sohn zusammen mit seiner Frau und den zwei älteren Töchtern spurlos verschwunden ist. 

Die zweijährige Tochter des Ehepaars, Sigga Dögg, ist bei den Großeltern geblieben und nun haben die beiden Angst, dass sie das Sorgerecht für ihre Enkelin nicht bekommen würden, sollte ihr Sohn und seine Familie nicht mehr auftauchen. Das Ehepaar ist arm und hofft, mit der Lebensversicherung ihres Sohnes Sigga Dögg ernähren zu können. 

AEgir, so heißt der Sohn, hat mit den beiden älteren Töchtern und seiner Frau in Lissabon Urlaub gemacht, als ein Besatzungsmitglied der Luxusyacht, die nach Island überführt werden sollte, unfallbedingt ausfiel. Da er den Sportbootführerschein hatte und bei der Verwertungsgesellschaft, die die Yacht verkaufen wollte, tätig war, wollte er zusammen mit seiner Familie die Rückreise nach Island auf der Yacht antreten um Kosten zu sparen. Dóra Guðmundsdóttir fängt an zu ermitteln und hat sofort mit mysteriösen Ereignissen zu tun. 

Unterstützt wird sie von ihrer Sekretärin Bella. Dóra Guðmundsdóttir scheint nicht immer klar zu kommen mit ihrer etwas eigenwilligen Sekretärin. In diesem spannungsgeladenen Island-Thriller wechseln sich zwei Handlungsstränge in den einzelnen Kapiteln ab. In einem Handlungsstrang erleben wir die Ermittlungsarbeit von Dóra Guðmundsdóttir, im zweiten Handlungsstrang begeben wir uns auf die Luxusyacht und erleben mit, was den Menschen dort passiert. 

Etwas Geheimnisvolles, Unheimliches, nicht Greifbares scheint die Yacht zu umgeben und man rätselt, ob eine verstorbene oder eine lebende Person hinter den Vorgängen auf der Yacht steckt. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Durch die abwechselnden Erzählstränge kann der Leser das Buch kaum aus der Hand legen, möchte man doch wissen, wie die Ermittlungsarbeit von Dóra Guðmundsdóttir vorangeht oder was gerade auf der Yacht passiert. 

Yrsa Sigurðardóttir schafft es, neben der sich stetig steigernden Spannung, die teilweise etwas unheimliche Atmosphäre und das Misstrauen, das sie sieben Menschen an Bord befällt, glaubwürdig zu übermitteln. 

Die Menschen an Bord kennen sich nicht, der Familie sind die Besatzungsmitglieder nicht sehr sympathisch. Dennoch müssen sie auf engstem Raum miteinander klar kommen, was zu Spannungen und Misstrauen führt.  

Die Ermittlungsarbeit von Dóra Guðmundsdóttir verfolgt man gespannt, da man hofft, dass Sigga Dögg ihre Eltern und Geschwister zurück erhält, zumindest ihre Großeltern das Sorgerecht oder ein großzügiges Umgangsrecht mit ihrer Enkelin erhalten. 

Glaubt der Leser zu wissen, was genau passiert ist und wer dahinter steckt, erfolgt eine raffinierte, überraschende Wendung. 

Es ist nicht notwendig, dass man die ersten Bände um die Rechtsanwältin Dóra Guðmundsdóttir gelesen haben muss. Für Leser, die sich mit den isländischen Namen der einzelnen Personen schwer tun, gibt es eine Personenliste. 

5 Sterne für diesen spannungsgeladenen, etwas unheimlichen Islandthriller mit einer sympathischen Rechtsanwältin als Ermittlerin.

TODESSCHIFF ist als Taschenbuch (Seiten) beim Fischer Verlag in einer Übersetzung von Tina Flecken für 9,99 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.