Mittwoch, 5. Dezember 2012

ROTER ZAR schildert sehr stimmungsvoll historische Ereignisse im Russland zur Zarenzeit

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Russland 1929: Eigentlich müsste Pekkala tot sein. Seit neun Jahren arbeitet der Zwangsarbeiter für ein Holzfällerkommando in der sibirischen Taiga. Ein tiefer Fall, denn bis zur Revolution war Pekkala Sonderermittler des Zaren und für dessen Sicherheit persönlich verantwortlich. 

Doch nun soll Pekkala für Stalin, den "roten Zaren", herausfinden, wie Nikolaus II. und die Romanows umgebracht wurden und wo sie ihren legendären Schatz versteckt hielten. Pekkala macht sich auf die Suche und gerät schnell in verschwörerische Machenschaften. Er weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt. Stalin kennt kein Erbarmen. Es geht um Leben und Tod. (Verlagsinfo)

Sam Eastland ist das Pseudonym des amerikanischen Autors Paul Watkins, und "Roter Zar" ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe mit Inspektor Pekkala, die im Original bereits vier Bände umfasst. Handlungsort und -zeitraum ist Russland während des Stalin-Regimes.

Der Autor entwickelt seinen Krimi abwechselnd auf zwei Zeitebenen: in der Gegenwart begleiten wir die Hauptfigur bei der Suche nach den getöteten Mitgliedern der Romanows und dem versteckten Schatz, die zweite Ebene befasst sich nicht nur mit der persönlichen Vergangenheit des Protagonisten sowie dessen Karriere am Zarenhof, sondern schildert auch sehr stimmungsvoll konkrete historische Ereignisse im Russland dieser Epoche.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Krimis/Thriller, die sich mit den Spekulationen um den gewaltsamen Tod der Zarenfamilie beschäftigen, gibt es zuhauf (siehe auch "Operation Romanow" von Glenn Meade), allerdings liegen hier die Schwerpunkte in der Regel auf den mysteriösen Umständen des Todes und weniger auf den historischen Fakten.

Im Gegensatz dazu hat Eastland offensichtlich umfangreiche Recherchearbeit betrieben, was sich meiner Meinung nach überwiegend positiv auf die Geschichte auswirkt. Man kann zwar anmerken, dass das zu Lasten der Spannung geht, aber da ich auch sehr gerne historische Romane lese, fand ich gerade die kenntnisreichen Schilderungen dieser Zeitspanne höchst interessant.

Völlig überflüssig war allerdings die eingewobene Liebesgeschichte zwischen Inspektor Pekkala und der überaus reizenden jungen Lehrerin. Vielleicht meinte der Autor, diesen Aspekt dem Publikumsgeschmack zu schulden, für den Fortgang der Handlung war er absolut unnötig.

ROTER ZAR ist als Taschenbuch (384 Seiten) im Knaur Verlag in einer Übersetzung von Karl-Heinz Ebnet für 9,99 Euro erschienen.

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