Samstag, 22. Dezember 2012

MASKENBALL - Trotz vieler Klischees spannend

Krimi-Rezension von Stefanie D. Sterl

Mord beim »Erotischen Maskenball« im Club »Exquisit«. Das Opfer: ein hoher Konzern-Manager. Kommissar Martin Schwertfeger ist vor Ort. Das Dumme dabei: Er ist nicht dienstlich dort, sondern privat; der Chef der Stuttgarter Mordkommission steckt hinter einer Zorro-Maske – eigentlich müsste er jetzt sofort ermitteln. Doch Kommissar Schwertfeger denkt nur an Flucht und gerät damit in mächtige Turbulenzen. Fortan versucht er fieberhaft, den wahren Mörder zu fassen, während seine Kollegen nach »Zorro« fahnden.

Auch die ehrgeizige junge Journalistin Sara Blohm sucht den Mörder. Sie ist überzeugt, dass der Konzern-Manager zum Schweigen gebracht wurde, weil er ein milliardenschweres Komplott zwischen dem Großunternehmen und der Politik nicht länger decken wollte. Doch als sie glaubt, die Lösung des Falls in Händen zu halten, wird sie selbst zur Zielscheibe einer raffinierten Intrige und gerät in höchste Gefahr. (Verlags-Info)

Mit dem Roman "Maskenball: Ein Baden-Württemberg-Krimi " hat Reinhold Erz (Autor und Redakteur in Wirtschaftsredaktion des SWR-Fernsehens) sein Krimidebüt gegeben. 

Reinhold Erz, 1952 geboren, bedient sich bei seinem "Maskenball" etlicher Klischees à la guter Bulle, böser Bulle und zeigt seinen Protagonstin Kommissar Schwertfeger als eine Art "gebrochenen Menschen" der u.a. sexuelle Erfüllung in einem Stuttgarter Swinger Club sucht. 

Pech für Schwerdtfeger, dass in genau diesem Club während einer seiner Besuche ein Mord passiert und er danach in seinem etwas schräg wirkendem Zorro - Kostüm (kein Scherz!) zu einer Art "Dr. Kimble auf der Flucht" wird. Vor seinen Kollegen zu seinen Neigungen stehen, möchte er nicht, weshalb er dann auch auf eigene Faust ermittelt und dabei von seinen Kollegen (unwissender Weise) selbst zum Gejagten wird. Parallel macht sich die Journalistin Sara Blohm ebenfalls auf die Suche nach dem Mörder und hat dabei auch schon konkrete Motive was die Tat anbelangt.

Bis der wahre Mörder am Ende gefunden wird, lässt es sich Erz nicht nehmen, den Leser mit Überraschungen regelrecht zu bombardieren, was dazu führt, dass so gut wie keine Sekunde ein Gefühl der Langeweile aufkommt. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Ein leicht verrucht wirkendes Cover (Frau mit nackten Beinen, kurzem Rock mit einer Art "Handschelle" gefesselt und einem rötlichen Stuhl) sowie der Klappentext sollen zwar das Leserinteresse wecken, stehen aber nicht für eine billige Sex & Crime-Story.

Im Gegenteil, trotz vieler Merkmale üblicher Krimi-Kost, stimmt der Autor den Leser nachdenklich zum Thema Korruption und Intrigen im Bereich Wirtschaft. Letzteres ist nicht sonderlich verwunderlich, da es dem Autor als Wirtschafts-Redakteur offensichtlich Vergnügen bereitete, in seinem Roman reichlich Kritik am fraglichen System zu üben.

Fazit: Der Autor bietet mit einem kaputten Ermittler, einer aufstrebende Journalistin und deren familiäres Verhältnis(!) zueinander  sowie einer Story (leider voller Klischees) mit intelligentem Handlungsverlauf und  zahlreichen Überraschungen eine sehr gute Unterhaltung. 

Schön, wenn noch viele weitere Krimis aus der Feder von Reinhold Erz folgen würden. Doch bitte mehr Mut,  ausgetretene Krimipfade zu verlassen .

MASKENBALL ist als Taschenbuch (Seiten) im Silberburg Verlag für 9,90 EUR erschienen.

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