Samstag, 29. Dezember 2012

KNOCHENJAGD - Tempe Brennan mitten im Kampf um Geld, Drogen & Prostitution.

Krimi-Rezension Elke Heid-Paulus

Ihr neuester Fall konfrontiert Tempe Brennan, forensische Anthropologin, mit einem albtraumhaften Szenario: In einer verlassenen Wohnung in Montreal findet sich, eingewickelt in ein Handtuch, versteckt unter einem Waschbecken, die Leiche eines Neugeborenen. 

Schlimmer noch: Neben diesem tauchen noch zwei weitere tote Babys auf. Die fieberhafte Suche nach der Mutter beginnt. Ist sie eine herzlose Mörderin, getrieben von ihren Dämonen? Auf der Flucht vor ihrem Zuhälter? Geriet sie zwischen die Fronten eines Drogenkrieges? 

Ihre Spur führt Tempe Brennan und ihren Kollegen Andrew Ryan tief in die kanadische Einöde – und in das Revier eines eiskalten Killers, der einen abgründigen, grausamen Plan verfolgt ... (Verlagsinfo)

Ein besonderes Kennzeichen der Kriminalromane von Kathy Reichs ist ihre Authentizität. Die Autorin möchte ihren Lesern keine reißerische Geschichte mit möglichst vielen Toten erzählen, sondern diese in erster Linie an dem Arbeitsalltag der „Knochenleser“ teilhaben lassen.

Auch der neue Band der Reihe um ihre Hauptfigur Temperance Brennan macht hier keine Ausnahme. Gewohnt routiniert beschreibt Kathy Reichs die Maschinerie, die nach dem Auffinden zahlreicher Babyskelette in Gang gesetzt wird. 

Aber richtig spannend wird die Geschichte ab dem Zeitpunkt, ab dem Tempe und Detective Andrew Ryan mit der Unterstützung des Mounties „Ollie“ Hasty in Yellowknife, einem Minenstädtchen in der Wildnis der Northwest Territories ermitteln. 

Dort gibt es große Diamantvorkommen und erbitterte Kämpfe um die Verteilung der Abbaurechte. Und bald befinden sich die Protagonisten mitten in den schmutzigen Auseinandersetzungen um Geld, Drogen und Prostitution.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Zwar sind die detaillierten Beschreibungen der forensischen Untersuchungen und die Aufzählung der unterschiedlichen Institutionen, die an der Aufklärung der diversen Todesfälle beteiligt sind, zuweilen etwas langatmig und ermüdend. Aber glücklicherweise kann man darüber ja hinweglesen, ohne entscheidende Hinweise, die zur Auflösung des Falles führen, zu versäumen.

Beeindruckend finde ich bei dieser Autorin, mit welch großem Einfühlungsvermögen sie die jeweiligen Fälle schildert – immer darum bemüht, den Toten, auch wenn die sterblichen Überreste, wie in diesem Fall, nur aus einem Häufchen Knochen bestehen, ihre Würde zu lassen und Respekt zu erweisen.

KNOCHENJAGD ist gebunden (384 Seiten) im Karl Blessing Verlag in einer Übersetzung von Klaus Berr für 19,99 Euro erschienen.

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