Mittwoch, 19. Dezember 2012

DER BOURNE BEFEHL entwickelt sich zum "Bourne Chaos"

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eine mächtige internationale Organisation schickt sich an, der amerikanischen Wirtschaft einen vernichtenden Schlag zu versetzen. Doch zuvor muss der Mann beseitigt werden, der ihr als Einziger gefährlich werden kann: Jason Boune: Ausgerechnet Bournes russischer Freund Boris Karpow wird auf den amerikanischen Topagenten angesetzt. Findet Karpow einen Weg aus der tödlichen Zwickmühle? (Verlagsinfo)

Robert Ludlum ist bereits im März 2001(!) gestorben, aber noch immer erscheinen mit Regelmäßigkeit jedes Jahr Thriller in und mit seinem Namen, die angeblich auf Material aus seinem Nachlass basieren. Diese Vorgehensweise ist mir reichlich suspekt, aber offenbar ist das für beide Seiten eine Win/Win-Situation: eher mittelmäßige Autoren nutzen den Namen eines erfolgreichen Kollegen und generieren damit Umsatz für alle Beteiligten.

Mein Leseeindruck? Nun, vielleicht sollte man den Titel in „Das Bourne Chaos“ ändern, denn ein Neueinsteiger in die mittlerweile neun übersetzten Bände umfassende Serie (und ja, im Original ist bereits ein 10. Buch erschienen) benötigt schon ca. ein Drittel des Buches, um sich in diesem Durcheinander von Personen und Namen ansatzweise zurechtzufinden. 

Weiterhin werden fortwährend Bezüge zu den früheren Büchern hergestellt, was ja nicht weiter schlimm wäre, wenn denn die eine oder andere Erklärung zum besseren Verständnis beitragen würde. Dazu kommen die aktuellen Handlungsstränge mit den verschiedenen Personen, die für zusätzliche Verwirrung sorgen.

Mir war und ist klar, dass das Buch ein Action-Thriller ist, wahrscheinlich in erster Linie für die männlichen Leser geschrieben. Aber ob diese ihre Freude an dem mit Vorurteilen gespickten Füllmaterial haben, wenn die Protagonisten um die halbe Welt hetzen, und die verschiedenen Völker mit Eigenschaften belegt werden, die in ihrer Naivität kaum zu überbieten sind, wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Ohne Kenntnis der Vorgänger kaum lesbar, zu chaotisch, zu simpel, zu viel Krach-Bumm-Päng - nicht mein Fall!

DER BOURNE BEFEHL ist gebunden (560 Seiten) bei Heyne in einer Übersetzung von Norbert Jacober für 22,99 Euro erschienen.

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