Mittwoch, 14. November 2012

JOSEFIBICHL - Amüsante Seitenhiebe auf Stammtisch-Politik und bayrische Lebensart

Krimi-Rezension von Biggi Friedrichs

In Garmisch-Partenkirchen rumort es gewaltig. Die Olympischen Winterspiele entzweien den Ort. Waldbesitzer Veit Gruber bereitet einen Riesendeal vor. Bürgermeister Hans W. Meier hat seine ganz eigenen Pläne. Und auch der ehemalige Polizeireporter Karl-Heinz Hartinger ist wieder da, der seit seiner Jugend als jähzorniger Gerechtigkeitsfanatiker gilt.

Als junger Mann verließ er über Nacht den Ort. In derselben Nacht ging das Auto des Kaplans in Flammen auf. Als nun zwanzig Jahre später ausgerechnet Hartinger den erdrosselten Franziskanerpater Engelbert auf dem heiligen Josefibichl auffindet, steht für die Garmisch-Partenkirchner Polizei der Hauptverdächtige schnell fest. Hartinger hat nur eine Chance: Er muss selbst den Täter finden. (Verlagsinfo)

Dieser mit Humor und bissigen Seitenhieben auf die Politik und auf die bayrische Lebensart erzählte Krimi von Marc Ritter ist aus verschiedenen Perspektiven der einzelnen Personen beschrieben. Allen voran aus der Sichtweise des einzigen Verdächtigen "Gonzo" Hartinger, ein Frauenfreund und Pfaffenhasser. 

Angeblich ist der ehemalige Polizeireporter bei seinem Blatt rausgeflogen und nun in seinen Heimatort zurückgekehrt. Bürgermeister und Hauptkommissar sind von seiner Rückkehr so gar nicht begeistert. 

Da die örtliche Polizei nicht weiterkommt, wird das LKA wird zu den Ermittlungen hinzugezogen. Die LKA-Mitarbeiter werden aber von den örtlichen Honoratioren nicht unbedingt unterstützt. Haben die doch alle ihre ureigenen Interessen und so manche Geschichte aus der Vergangenheit soll besser nicht aufgedeckt werden.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)  

Ob Hauptkommissar, Bürgermeister, LKA-Mitarbeiter oder die Reporter der Zeitung mit den vier roten Buchstaben, die Figuren kann sich der Leser so richtig gut vorstellen. Sie sind klischeemäßig, teilweise etwas überspitzt charakterisiert. 

Gegen Ende des Krimis überschlagen sich die Ereignisse, alle Protagonisten treffen noch einmal zusammen zu einem zum Brüllen komischen und sehr spannenden Countdown. So mancher Leser mag erstaunt sein, welche Institution hier noch so mitmischt.

Fünf Sterne für diesen köstlichen Krimi mit Seitenhieben auf Politik und bayrische Lebensart, der die am Stammtisch gemachte Politik so richtig schön durch den Kakao zieht.

JOSEFIBICHL ist als Taschenbuch (304 Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen.

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