Montag, 12. November 2012

ERROR - Turbulente Ereigniskette eines gefährlichen Onlinespiels

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Richard Forthrast kann so leicht nichts erschüttern: Quasi aus dem Nichts hat er mit der Schöpfung des Computerspiel T'Rain ein millionenschweres internationales Unternehmen geschaffen. Doch er ahnt nicht, was für eine dramatische Kettenreaktion er in Gang setzt, als er seiner Nichte Zula einen Job bei T'Rain verschafft. 

Denn es ist Zulas Freund Peter, der durch einen fatalen Fehler den Rechner eines sehr gefährlichen Mannes mit einem neuartigen Computervirus infiziert. Der Geschädigte sinnt auf Rache – und binnen kurzem reißt dieses Missgeschick Zula und alles, was Richard wichtig ist, in einen tödlichen Strudel der Gewalt. (Verlagsinfo) 

Auf den ersten Blick scheint es, als wäre der neue Stephenson ein Thriller, vollgepfropft mit Action und den dazu passenden Bösewichtern. Wer allerdings den Autor kennt, weiß, dass dieser es seinen Lesern nicht ganz so einfach macht. 

Bloße Unterhaltung ist nicht das Ding Stephensons, denn er verfügt über enormes Wissen der unterschiedlichsten Bereiche und verknüpft dies in seinem neuesten Buch mit einer spannenden Story. 

Ausgangspunkt für "Error" ist ein Online-Rollenspiel, das von dem Hacker Peter Curtis für die Verbreitung eines Virus in der virtuellen Welt benutzt wird. Hierbei geht es diesem in vorrangig nicht darum, Schaden anzurichten, sondern er möchte in erster Linie monetären Profit durch eine Art Lösegeld daraus ziehen, welches gezahlt werden muss, damit Curtis die verschlüsselten Dateien decodiert. 

Und dabei geht es nicht nur um Spielgeld, sondern auch um harte Dollars, die sich durch Goldfarming   generieren lassen. Aber der Virus gelangt auch in der realen Welt auf den Rechner eines russischen Mafioso, der Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um den Verursacher dingfest zu machen. 

Und damit wird eine turbulente Ereigniskette in Gang gesetzt, in deren Verlauf der Leser Bekanntschaft mit gekidnappten Programmierern, chinesischen Hackern, dem britischen Geheimdienst MI6, dem FBI, der kanadischen Polizei, Terroristen und der schillernden Figur eines einem islamistischen Walisers macht. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Im Gegensatz zu manch einem seiner früheren Bücher erzählt Stephenson in "Error" sehr gradlinig und ohne übermäßige Verschachtelung, so dass es trotz über 1000 Seiten problemlos möglich ist der Story zu folgen. 

Ideenreich und detailliert, prallvoll mit den unterschiedlichsten Informationen und Erklärungen, tempo- und actionreich, dann wieder philosophisch, zu jeder Zeit intelligent – und absolut treffend formuliert (Kompliment an die Übersetzer!). 

Ein spannendes Buch für Leser mit Durchhaltevermögen - es sind immerhin 1022 eng bedruckte Seiten - das mir großen Spaß gemacht hat!

ERROR ist gebunden (1022 Seiten) bei Manhattan in einer Übersetzung von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl für 24,99 Euro erschienen.

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