Freitag, 23. November 2012

EIN MORD IST KEINE LÖSUNG - Mörderische Probleme eines Zeitungsverlages

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Was hätte Hotte Schlüter wohl gesagt, wenn er die Vorgänge rund um die Verlegerfamilie aus Herne noch mitbekommen hätte? Wir können ihn leider nicht mehr fragen, denn inzwischen hat er das Zeitliche gesegnet. Er ist allerdings eines natürlichen Todes gestorben, ganz im Gegensatz zu Jessy Schlüter, die eines Abends von ihrem Mann - Oliver Schlüter - tot aufgefunden wird. Die Polizei scheint sich sicher - Oliver Schlüter ist auch der Einzige, der ein Motiv hat. 

Aber ist wirklich alles so einfach, wie es scheint? Manuel Lange jedenfalls hatte sicher nicht geplant, nach 40 Jahren noch einmal in die Welt der Recherche zurück zu kehren, die er als junger Mann zugunsten anderer Pläne verliess. 

Doch als Verlegerin Sina Schlüter, die alle nur die Regentin nennen, ihn bittet, ihr bei der Aufklärung des Mordes zu helfen, findet er keinen Grund, nein zu sagen. Ist doch die erbetene Hilfe so viel aufregender, als sein derzeitiges Leben.... (Verlags-Info

Persönliche Meinung: 
3 *** (von 5 möglichen)

Alf Rolla hat einen Kriminalroman geschrieben, der dem Leser einen guten Einblick in die Probleme eines kleineren Zeitungsverlages in der heutigen Zeit gibt.

Sinkende Leserzahlen, fehlende Anzeigenkunden und hohe Personal- und Materialkosten sowie die wachsende Konkurrenz des Internets führen beinahe zwangsläufig zur Einstellung von Lokalausgaben, zur Schließung von Lokalredaktionen, zur Entlassung von Mitarbeitern, zum Verkauf von Geschäftsanteilen (wenn möglich) und zum Outsourcen von Betriebsteilen.

Diese Facetten der Wirklichkeit werden schonungslos geschildert, ohne die menschlichen Schicksale zu unterschlagen.

Der Fall ist auch insofern aktuell, als zur Zeit die „Frankfurter Rundschau“ nach langem „Siechtum“ Insolvenz anmelden musste. Soweit sind der Plot und der angewandte Schreibstil lobens- und lesenswert.

Aber leider ist die eigentliche Kriminalhandlung nicht auf gleichem Niveau. Außerdem ist sie vom Ende her gesehen nicht überzeugend, da nicht nachvollziehbar. Der Autor bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Aus diesem Grunde vergebe ich 3 Sterne von 5 möglichen.

EIN MORD IST KEINE LÖSUNG ist als Taschenbuch (246 Seiten) im Traumstunden Verlag für 9,95 Euro erschienen

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