Montag, 12. November 2012

DIE FRAU, DIE NIEMAND KANNTE - Mit überraschenden & unvorhersehbare Wendungen

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Die Amerikanerin Kate Moore zieht mit Mann und Kindern nach Luxemburg – sie freut sich auf ein entspanntes Leben als Mutter und Hausfrau. Endlich keine Geheimnisse mehr, endlich droht ihre zwielichtige Vergangenheit nicht mehr in ihr Privatleben einzudringen. Doch dann macht sie die Bekanntschaft des Exilantenpärchens Julia und Bill. Und die Gefahr, dass ihre wahre Identität ans Licht kommt, ist plötzlich größer denn je. (Verlagsinfo) 

Ein Agententhriller, der in dem beschaulichen Luxemburg spielt, geschrieben von einem amerikanischen Autor? Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich, aber wenn man sich die biografischen Daten von Chris Pavone anschaut verständlich, hat doch der Autor fast zwei Jahre mit Familie dort gelebt. 

Und offensichtlich hat er diese Zeit genossen, denn seine detaillierten Beschreibungen der Stadt lassen diesen Schluss durchaus zu. 

 Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen) 

 In diesem Buch ist auf den ersten Blick nichts so, wie es der erste Anschein vermuten lässt. Schaut man dann genauer hin und fügt die unterschiedlichen Hinweise zusammen, werden die verschiedenen Vermutungen, die man als Leser während der Lektüre hat, am Ende zu einer schlüssigen Geschichte zusammengefügt.

Das hat durchaus seinen Reiz, auch wenn die Glaubwürdigkeit dann doch das eine oder andere Mal darunter leidet. Mir gingen während des Lesens immer wieder die weiblichen Hauptdarstellerinnen der Filme „Undercover Blues“ und „Mr und Mrs Smith“ durch den Kopf, an die mich das Benehmen Kates sehr oft erinnert hat. 

Der Plot ist teilweise recht unglaubwürdig, zumindest wenn man realistische Maßstäbe anlegt, seien es nun einzelne Verhaltensmuster oder die Beziehungen der Akteure untereinander. Aber vielleicht mangelt es mir da auch nur an der nötigen Fantasie. 

Auch oder gerade deshalb, weil in der Familie Moore nichts ist, wie es scheint und vieles schon einmal dagewesen ist (zumindest in den einschlägig bekannten Filmen), habe ich mich von „Die Frau, die niemand kannte“ gut unterhalten gefühlt. Und die nötige Spannung ist durch einige überraschende und unvorhersehbare Wendungen dann doch auch garantiert.

DIE FRAU, DIE NIEMAND KANNTE ist als Taschenbuch (544 Seiten) bei PIPER in einer Übersetzung von für 9,99 Euro erschienen.

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