Montag, 19. November 2012

DAS HAUS DES TODES - Spannnend, aber ausschweifend erzählt

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Es ist Nacht über der Metropole Christchurch, Neuseeland. Caleb Cole verlässt sein Haus, steigt in den Wagen. Er macht sich an die Arbeit, es gibt viel zu tun. Caleb fühlt sich gut, er ist frisch geduscht und kein Blut klebt mehr an seinem Körper. 

Nun ist es Zeit, das Werk zu vollenden. Es soll eine lange Nacht werden – mit vielen Opfern. Caleb biegt in die Straße zum alten Schlachthaus. Hier wird er seine Gäste versammeln. Behutsam fasst er an sein Messer. Das Spiel beginnt. (Verlagsinfo)

Im Original heißt der neueste Thriller aus der Feder des neuseeländischen Autors Paul Cleave "The Laughterhouse" und bezieht sich auf den Tatort, ein stillgelegtes Schlachthaus, an dessen Beschriftung das "S" fehlt. Sehr makaber, denn für die Opfer gibt es nichts zu lachen. 

Erzählt wird im Wechsel aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: Da ist zum einen die detaillierte Beschreibung der Ermittlungsarbeit aus der Ich-Perspektive des Theo Tate. Dieser ist ein ehemaliger Polizist mit Knasterfahrung, dessen Familie von einem alkoholisierten Autofahrer quasi ausgelöscht wurde – seine Tochter wurde getötet und seine Frau liegt seit diesem Unfall im Koma. 

Tates größter Wunsch ist es, wieder in den Polizeidienst zurückzukehren, und als ein Serienmörder in Christchurch sein Unwesen treibt und die Zahl der Toten sprunghaft in die Höhe geht, wird er reaktiviert und wieder eingestellt. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

So richtig spannend wird die Geschichte aber erst durch den zweiten Blickwinkel, der in der neutralen dritten Person den Rachefeldzug von Caleb Cole schildert. Der Leser wird nicht nur Zeuge seiner Verbrechen, sondern erfährt auch etwas über dessen Vergangenheit und somit über die Gründe, die Cole diese schrecklichen Taten begehen lassen - wobei der Autor sich fast schon philosophische Gedanken zum Thema Rache und Vergeltung macht. 

Cleave schreibt zwar spannend, und seine Beschreibungen lesen sich realistisch, aber für meine Begriffe benötigt er viel zu viele Worte bzw. Seiten, um seine Story zu entwickeln. Diese haarkleinen und ausschweifenden Schilderungen waren stellenweise sehr zäh zu lesen. Ein weiterer Autor, der kein Vertrauen in die Fantasie und Vorstellungskraft seiner Leser hat.

DAS HAUS DES TODES ist als Taschenbuch (576 Seiten) bei Heyne in einer Übersetzung von Frank Dabrock für 9,99 Euro erschienen.

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