Montag, 5. November 2012

DAS BEGRÄBNIS DES PATEN - Finnischer Noir-Krimi, schnell, derb und manchmal komisch

Krimi-Rezension von Petra Querfurt

Leila liebt Allu, Allu liebt Leila. Der Ex-Gauner hat ein Kind mit der Polizistin und es gibt gute Gründe, am Leben zu bleiben und das Gefängnis zu meiden. Aber die Idylle bekommt Risse, als Leilas Patenonkel, ein Schwindler und Säufer, auf mysteriöse Weise in die Luft fliegt. Der jungen Polizistin Leila fällt es schwer zu glauben, dass ihr geliebter Patenonkel sich in die Luft gesprengt haben soll. Sie geht der Sache nach. Zeit dazu hat sie, denn sie befindet sich im Erziehungsurlaub. 

Zu Hause passt Allu auf den gemeinsamen Sohn auf. Eigentlich hat er Leila versprochen, keine krummen Dinger mehr zu drehen. Aber dann erhält er einen Anruf vom Chef einer Rockerbande. Allu soll für ihn einen Koffer mit ziemlich viel Drogengeld suchen. In Drogengeschäfte scheint auch Leilas Onkel verwickelt gewesen zu sein. Denn vor seinem Wochenendhäuschen in der tiefsten finnischen Provinz wachsen neuerdings Cannabispflanzen statt Weidenröschen. Sie geraten ins Visier der finnischen Drogenmafia, die vor nichts zurückschreckt. Für Allu und Leila wird es gefährlich …(Verlagsinfo) 

Mit dem Kriminalroman „Das Begräbnis des Paten „ ist Tapani Bagge ein besonderer Roman gelungen, ein finnischer Noir-Roman. 

Die Unterschiede von Gut und Böse verschwimmen. Die Probleme einer durch wetterbedingte Depressionen gebeutelten, drogen- und alkoholabhängige Gesellschaftsschicht und deren Auswirkungen beschreibt er knallhart und derb.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Der Leser folgt in diesem manchmal aberwitzigen Krimi mehreren Handlungssträngen - Leila, die den Tod ihres Patenonkels aufklären will – ihrem Lebensgefährten Allu, der auch schon einiges auf dem Kerbholz hat und verschwundenes Drogengeld sucht – einem abgehalftertem Privatdetektiv, der unter seiner Geliebten zu leiden hat und den Mitgliedern der berüchtigten Bande der “ Schwarzen Engel“. 

Und eben diese finnischen Gangster stehen mit ihrer Dämlichkeit der dänischen Olsen-Bande in nichts nach, nur verfolgen sie ihre Ziele mit größter Brutalität. 

All diese Akteure treffen in einem erstaunlichen Finale aufeinander. Wer diesen schnellen, derben und manchmal komischen Krimi mit einem Augenzwinkern lesen kann, wird genau wie ich begeistert sein.

DAS BEGRÄBNIS DES PATEN ist als Taschenbuch (246 Seiten) im Suhrkamp Verlag in einer Übersetzung von Stefan Moster für 8,99 Euro erschienen.

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