Dienstag, 6. November 2012

ARGUS - Dritter Aufguss der immer gleichen Geschichte


Krimi-Rezension Elke Heid-Paulus

"No risk, no fun", denkt Gabriella und ignoriert ihre innere Stimme, die sie davor warnt, den gutaussehenden Reid in seine Kellerwohnung zu begleiten. Sie kennt ihn erst seit ein paar Stunden. Zu spät sieht sie die Kamera, zu spät bemerkt sie, dass sie nicht allein sind: Augen beobachten sie. Viele Augen. Böse Augen… 

Einige Jahre später: Eine Serie von bestialischen Frauenmorden erschüttert Miami. Ein Kreis einflussreicher Männer soll dahinterstecken. Nur einer kennt die Namen der Mitglieder des tödlichen Clubs: William Bantling, der vor zehn Jahren für die Cupido-Morde verurteilt wurde und noch immer im Todestrakt des Florida State Prison sitzt. Er ist bereit, mit Staatsanwältin Daria zu reden. Aber ist sie bereit, seinen Preis zu bezahlen? (Verlagsinfo)

"Argus", der neue Psychothriller von Jilliane Hoffman, gliedert sich  in zwei Teile mit jeweils unterschiedlichen weiblichen Hauptfiguren. 

Den Anfang macht die junge, impulsive Staatsanwältin Daria DeBianchi, die den Mörder einer jungen Frau hinter Gitter bringen möchte und im Zuge dessen mit Detective Manny Alvarez zusammenarbeitet. Im Laufe der Ermittlungen kristallisiert es sich heraus, dass offenbar die Mitglieder eines Snuff-Clubs Morde in Auftrag geben. 

Um diesen das Handwerk zu legen, gehen sie einen Pakt mit dem Teufel in Gestalt des verurteilten Serienmörders Bill Bantling alias "Cupido" ein. 

Und hier kommt dann die zweite Protagonistin, die den Lesern vielleicht aus den beiden Vorgängern der Reihe, "Cupido" und "Morpheus", bekannt ist, die Staatsanwältin C. J. Townsend ins Spiel. Diese ist ein ehemaliges Opfer Bantlings, schwer traumatisiert und seither auf der Flucht vor sich selbst und ihrer Vergangenheit. 

Verbindendes Element der beiden Handlungsstränge ist Detective Alvarez, der auch in C. J.s Fall ermittelte. 

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Hoffman schreibt ohne Frage routiniert, aber "Argus" reicht bei weitem nicht an die beiden früheren Bücher heran. Spannend wird es nur dann, wenn die Autorin die Handlung strafft, aber ihr Hang zu ausufernden und sich wiederholenden Beschreibungen der Gefühlszustände ihrer Protagonistinnen nimmt immer wieder das Tempo aus der Geschichte und wirkt auf die Dauer doch sehr ermüdend, daran kann auch die gute Leseleistung von Andrea Sawatzki in der Hörbuchfassung nichts ändern.

Und was hat sich die Autorin bloß bei dem Schluss gedacht? Man klappt man das Buch zu und denkt "Und das soll es jetzt gewesen sein?". Sehr unbefriedigend, und die Aussicht auf eine erneute Fortsetzung weckt bei mir auch nur bedingt Interesse, denn der vierte Aufguss, wenngleich auch mit minimalen Variationen der gleichen Geschichte, muss nun wirklich nicht sein.

ARGUS ist gebunden (496 Seiten) im Wunderlich Verlag in einer Übersetzung von Sophie Zeitz und Tanja Handels für 19,95 Euro erschienen.

Das Hörbuch ARGUS (6 Audio CD mit 7 Std. 31 Minuten) gelesen von Andrea Sawatzki ist im ARGON Verlag für 19,95 Euro erschienen.

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