Montag, 15. Oktober 2012

TODESNÄHE - Leider nicht P.J. Tracys bester Thriller

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

In der Nacht: Auf einem Segelboot zehn Meilen vor der kalifornischen Küste entkommt der ehemalige FBI-Agent John Smith knapp einem Attentat. Kurz darauf ist er verschwunden. Am nächsten Morgen: In Minneapolis wird ein junges Mädchen aufgefunden, mit durchtrennter Kehle. 

Wenig später: Ein paar Straßen weiter werden zwei junge Männer hingerichtet – vermutlich im Streit unter Gangs. Am nächsten Morgen: drei Tote. Die Wohnung, in der sie liegen, entpuppt sich als Waffen-Arsenal. Einzelfälle? Den Detectives Magozzi und Rolseth kommen Zweifel. (Verlagsinfo) 

Patricia Jean Lambrecht und Traci TeAmo Lambrecht, Mutter und Tochter, sind Drehbuchautoren und haben unter dem Pseudonym P. J. Tracy nun bereits den sechsten Band der Reihe um die Computerspezialisten des Monkeewrench-Teams veröffentlicht. 

Diese haben alle so ihre Eigenheiten: die immer in Schwarz gekleidete und von Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesuchte Grace MacBride, die üppige Fashionista Annie Belinsky, der tätowierte Schöngeist Harley Davidson sowie Roadrunner, der untergewichtige Riese, der süchtig nach Radfahren ist.

Sie leben in Minneapolis und unterstützen die dortige Polizei, speziell die Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth, bei ihren Ermittlungen. Leider spielt diese Nerd-Crew in "Todesnähe" nur eine kleine Rolle, denn die gesamte Handlung konzentriert sich auf die beiden Detectives und ihre Arbeit an einem brisanten Fall, dessen Tragweite zu Anfang den Beteiligten absolut nicht klar ist. 

Bandenkriminalität und Zwangsprostitution sind der Ausgangspunkt, aber das eigentliche Thema ist ein geplanter Terroranschlag. 

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Der Thriller beginnt spannend mit mehreren Handlungssträngen, und die kurzen Kapitel aus unterschiedlichen Perspektiven sorgen für Tempo. 

Dennoch konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln, denn obgleich diese Thematik interessant ist, wurde sie doch mittlerweile von vielen amerikanischen Thriller-Autoren weitaus facettenreicher abgehandelt.  

Ich hoffe doch, dass die beiden Autorinnen bei ihrem nächsten Thriller die Monkeewrench-Crew wieder in den Mittelpunkt der Handlung stellen und zu ihrer alten Stärke zurückfinden, denn bereits das letzte Buch der Reihe reichte bei weitem nicht an die Qualität der Anfangsbände heran.

TODESNÄHE ist broschiert (352 Seiten) bei Rowohlt Polaris in einer Übersetzung von Tanja Handels für 14,95 Euro erschienen.

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