Donnerstag, 25. Oktober 2012

SHIP AHOI (Hörbuch) - Al Greenwoods skurrile Abenteuer haben etwas an Fahrt verloren

SHIP AHOI
Autor: Tim Binding
Verlag: GoyaLit
Auflage: September 2012
Sprecher: Bernd Stephan
4 Audio CD mit 300 Minuten
Preis: 19,99 Euro
Krimi-Rezension: Nicole Glücklich
(Red.-Mitglied Bakerstreet Chronicle)


Mit „Ship Ahoy“ schickt Tim Binding nach „Cliffhanger“ und „Fishnapping“ bereits den dritten Teil der Al-Greenwood-Reihe in Rennen: Al Greenwood ist zurück – zurück aus dem Gefängnis, wo er für ein Verbrechen saß, das er ausnahmsweise nicht begangen hatte. 

Für die Morde, die er begangen hatte, war er nicht verurteilt worden. Nun ist er Künstler und arbeitet als Unterhalter auf einem Kreuzfahrtschiff, zusammen mit seiner Lebensgefährtin und ehemaligen Therapeutin Emily. 

Doch kaum ist er auf Landgang zuhause, taucht seine aus dem Gefängnis geflohene Ex-Frau auf und verlangt von ihm, dass er ihr zur Flucht ins Ausland verhilft und dann ist da noch Mrs. Durand-Deacon, eine Urlauberin fortgeschritteneren Alters, die es auf Al abgesehen hat und ihn engagiert, ihren Mann aus dem Weg zu schaffen, es sich aber im letzten Moment doch anders überlegt. Zu dumm, dass dieser da schon tot ist… 

Die Hörbuchfassung wird – wie auch bereits die vorangegangenen – von Bernd Stephan gesprochen, der neben seiner Tätigkeit als Vorleser auch als Schauspieler (z.B. in Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen), Moderator (beim Bayerischen Rundfunk) und Synchronsprecher (z.B. für Dean Stockwell und Christopher Reeve) tätig war und ist. 

Bei dieser Art von Geschichten, die nicht gerade den klassischen Detektiv als Protagonisten haben, der ein neues Verbrechen aufklären muss, oder den typischen Verbrecher, der sich dieses oder jenes Kleinod unter den Nagel reißt oder ein anderes Verbrechen begeht, wird es irgendwann schwierig, noch eine Geschichte zu erfinden, die nicht zu sehr an eine Seifenoper erinnert. 

Nun ist Al Greenwoods Leben für eine Seifenoper definitiv zu skurril, dennoch haben seine Abenteuer deutlich an Fahrt verloren. Die Geschichte besitzt zwar immer noch einen sehr trockenen Humor und ist kurzweilig, der Handlungsstrang lässt allerdings im Gegensatz zu den Vorgängern deutlich zu wünschen übrig. 

Weite Strecken wirken wie Füllwerk – amüsant, aber eigentlich unnötig, ja, teilweise sogar komödiantisch. Wie etwa Als Bemühen, eigentlich unauffällig zu bleiben, seiner Frau jedoch von oben bis unten knallrot einkleiden zu lassen. 

Andererseits muss ich dem Autor zugute halten, was ich beim Vorgänger bemängelte: dieser dritte Teil klärt Fragen aus den Vorgängergeschichten, die dort unbeantwortet blieben. 

Persönliche Meinung: 3.5 Sterne (von 5 möglichen Sternen) 

Der Autor Tim Binding wurde 1947 in Deutschland geboren, lebt jedoch schon seit frühester Kindheit in Großbritannien. Er arbeitete lange Zeit als Lektor und Verlagsleiter verschiedener britischer Verlage, bevor er selbst zur Feder griff. Inzwischen hat er bereits einige Romane und ein Kinderbuch veröffentlicht.

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