Donnerstag, 25. Oktober 2012

LILLY HÖSCHEN UND IHR GESPÜR FÜR MORD - 4. Fall für die streitbare Ermittlerin

Krimi-Rezension von Chloé E. Cingöz

Lilly Höschen, die alte Dame aus dem Harz, reist nach Schleswig-Holstein und anschließend bis nach Australien, um die mysteriösen Mordfälle aufzuklären, die eigentlich ihre junge Freundin, Kommissarin Gisela Weniger, lösen müsste.

Nach dem unerwarteten Tod Ihres Chefs wird Kommissarin Gisela Weniger angeboten, die Leitung ihrer Abteilung zu übernehmen. Zurück im Polizeialltag lässt die Arbeit nicht lange auf sich warten: mehrere Morde und die Entführung eines Kollegen halten die Ermittlerin in Atem. Ungewollte Hilfe bei der Aufklärung erhält Gisela von ihrer liebenswerten, zeitweise aber auch ebenso anstrengenden Freundin Lilly Höschen aus dem Harz. Den Entführungsfall kann die alte Dame schnell lösen. Mit den Morden ist es weitaus schwieriger. Vor allem besteht die Gefahr, dass weitere Verbrechen geschehen, wenn die Täter nicht bald gefasst werden. Lilly hat eine mysteriöse Nachbarin in Verdacht und reist schließlich bis nach Australien, um in deren Vergangenheit zu graben. (Verlags-Info)

"Lilly Höschen und ihr Gespür für Mord" ist der mittlerweile vierte Teil von Helmut Exners Kriminalromanen mit der ruppig rüstigen Rentnerin Lilly Höschen. 

Wie schon im dritten Teil  übernimmt Gisela Weniger die polizeilichen Ermittlungen. Und so spielt auch das kleine Örtchen Kleinbötelkamp erneut eine Rolle. Jedoch gibt es einige Neuerungen. 

Der ehemalige leitende Kommissar ist verstorben und Gisela, inzwischen Mutter eines Neugeborenen, bekommt dessen Stelle. Zudem gibt es einen neuen Kollegen im Team, Piet Hermann. Wie bei den Vorgängerromanen, ist auch der Vierte Teil eine in sich geschlossene Geschichte, zu der man nicht zwingend Vorkenntnisse haben muss, wenngleich es hilfreich wäre. 

Persönliche Meinung: 3 *** (von 5 möglichen)

Obwohl ich alle vier Teile gelesen habe, finde ich die Figuren im aktuellen Buch etwas lau beschrieben, anders als man es von Exner gewohnt ist, wo geradie die Stärke in der Lebendigkeit der Figuren liegt.

Für einen Lilly Höschen-Einsteiger kann die Geschichte daher sehr oberflächlich wirken, denn sie hat mich diesmal leider auch nicht zu 100% überzeugt.

Besonders zu Anfang, wirkt es etwas zu konstruiert und nicht ausgefeilt genug. Der neue Kollege Piet Hermann zieht sofort in die Nachbarschaft, ein Hauskauf ohne Wimpernzucken. Die Ereignisse poltern einfach so rein und eh man sich versieht, steht ein Junger Mann vor Piets Tür der vorgibt sein 18 jähriger Sohn zu sein.

Es wird ein Test gemacht, er ist der Sohn, alle haben sich lieb, dann wie aus dem nichts kommt die Freundin von Piet Junior dazu. Lilly taucht auf, findet Dinge wieder merkwürdig, Piet verschwindet auf mysteriöse Weise, wird dank Lillys Hartnäckigkeit schnell gefunden – Puh! So in etwa liest sich der Erste Teil.

Ab der Hälfte des Buches, wird es dann aber doch interessant. Es wird mehr auf den Charakter eingegangen, der dann vorgestellt wird. So kann der Leser eine emotionale Bindung zur beschriebenen Figur aufbauen. Man fragt sich jedoch umso mehr, wozu der erste Teil der Geschichte dienen sollte.

Zum Schluss nimmt die Geschichte dann doch ihre Wendung und es gibt den einen oder anderen Überraschungseffekt. Alles in allem eine recht passable Geschichte, jedoch nicht mit dem zu vergleichen, was man bisher von Helmut Exner gewohnt ist.

Ich freue mich dennoch auf den nächsten Fall von Fräulein Höschen.  Was mir aber sehr positiv aufgefallen ist, ist diesmal das Cover. Lilly hat endlich ein Gesicht!

LILLY HÖSCHENS GESPÜR FÜR MORD ist als Taschenbuch (149 Seiten) im EPV Verlag für 8,95 Euro erschienen.

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