Freitag, 26. Oktober 2012

DIE WAHRHEIT STIRBT ZULETZT - Kameradschaft, Intrigen, Kriegsfolter und Spionage in spanischen Bürgerkriegszeiten

Krimi-Rezension von Nora

An seinem 80. Geburtstag hält der Großindustrielle Magnus Meyer Rückschau auf das schicksalsträchtige Jahr 1937. Auf der Spur seines verschwundenen Bruders Mads gerät der fünfundzwanzigjährige Magnus in die Wirren des Spanischen Bürgerkriegs. Er trifft auf die russische Kriegsfotografin Irina, die die Liebe seines Lebens wird, und auf den Amerikaner Joe Mercer, der ihn zur Suche nach einem versteckten Goldschatz überredet. 

Als die beiden tatsächlich auf das sagenhafte Gold stoßen, kommt es zum Kampf, und Meyer erschießt den Amerikaner in Notwehr. Doch noch bevor Magnus seinen Fund bergen kann, erfährt er, dass Irina in die UdSSR abgeschoben wurde. Hals über Kopf reist er ihr nach, denn er weiß: Irinas Leben steht auf dem Spiel. Ein gnadenloser Wettlauf mit der Zeit beginnt ... (Verlags-Info) 

Vorab: Leif Davidsens Roman „Die Wahrheit stirbt zuletzt“ ist kein Krimi. Mit „Die Wahrheit stirbt zuletzt“ ist es dem Autor gelungen einen sehr unterhaltsamen und geistreichen Abenteuerroman zu schreiben, der zum Großteil im Spanischen Bürgerkrieg der Jahre 1936/1937 angelegt ist. 

Als Rückblende ausgerichtet, berichtet der Protagonist Magnus Meyer von seinem Erleben der Kriegswirren im Spanien Ende der 40er Jahre, über den Faschismus in Spanien, den Kommunismus in der Sowjetunion und stellenweise über die politischen Herrschaften weltweit. 

Es geht um Kameradschaft, Intrigen, Kriegsfolter und Spionage. Magnus Meyer ist gerade erst 25 Jahre alt als er aus den USA in seine Heimatstadt in Dänemark heimkehrt. Seine Heimat ist ihm verhasst, ebenso wie die Ansichten und das Leben mit seinem Vater, dem Chefarzt einer dänischen Klinik. 

Einzig sein inniges Verhältnis zu seiner Schwester Marie und ihre Bitte, er möge heimkehren, veranlasste ihn die USA zu verlassen. Marie bittet Magnus darum nach Spanien zu reisen, hinein in den sogenannten Bruderkrieg, um ihren gemeinsamen jüngeren Bruder Mads, erst 21 Jahre alt, zurück nach Hause zu bringen. 

Getarnt als dänischer Journalist reist Magnus gemeinsam mit Maries Verlobten Svend nach Katalonien und macht sich auf die lebensgefährliche Suche nach seinem Bruder Mads. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)
als Abenteuer- nicht als Kriminalroman

Leif Davidson schreibt facettenreich und ein politisches Grundwissen voraussetzend. Nur wenige – dafür aber umso schärfer gezeichnete – Charaktere sind beteiligt. Die sich langsam entwickelnde Romanze zwischen Magnus und Irina ist sowohl als leidenschaftlich als auch als leise und verzweifelt wahrzunehmen. 

Auf jeden Fall wird sehr deutlich, dass es eine Liebe ist, die zu jener Zeit nicht unmöglicher hätte sein können. Mich hat selten ein Roman, welcher im Zentrum eines Krieges spiel, so fasziniert wie „Die Wahrheit stirbt zuletzt“. 

Insbesondere auch die Passagen, welche sich auf die damalige UdSSR beziehen und im letzten Viertel des Romans in Moskau stattfinden, haben mir sehr gut gefallen. Zum Romanverständnis hat mir allerdings gereicht, dass ich die politischen Systeme verstanden habe und mir die Herrscher und Politik Russlands und der Ukraine schon durch andere Romane näher gebracht worden waren. 

„Die Wahrheit stirbt zuletzt“ ist ein Abenteuer- und Liebesroman ohne Pathos und Schmalz, der meiner Meinung nach eine größere Aufmachung verdient hätte.

DIE WAHRHEIT STIRBT ZULETZT ist als Taschenbuch (528 Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Anne Bitt-Gerecke für 9,95 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.