Samstag, 6. Oktober 2012

DAS LETZTE WORT - Ein Krimi-Workshop und seine tödlichen Folgen...

Krimi-Rezension von Dani Nimz

Die Dramaturgie des Tötens. Die ruppige Kommissarin Vera Stanhope ist niemand, der leicht Freundschaften schließt. Doch ihre Nachbarin hat sie sofort ins Herz geschlossen. Als Joanna vermisst wird, macht sie sich höchstpersönlich auf die Suche. 

Die Spur führt zum Writers House, wo gerade ein Krimi-Workshop stattfindet. Dort hat man es längst nicht mehr mit fiktiven Mordfällen zu tun: Im Wintergarten wurde ein Dozent erstochen. Angeblich von Joanna. Doch die beteuert ihre Unschuld. Kein leichter Fall für Vera: Jeder der Kursteilnehmer hatte Grund, den Mann zu hassen ... (Verlagsinfo)

Vera Stanhope ist wieder da. Bella Blocks unordentliches Pendant aus Nordengland bearbeitet mittlerweile ihren fünften Fall und man findet noch immer neue Seiten an ihr. 

In „Das letzte Wort“ nimmt sich Ann Cleeves der Schreibenden Zunft an. Talentierte und weniger talentierte Hobbyschriftsteller, ehemalige Cops, Literatur-Professoren sowie mehr oder weniger erfolgreiche Schriftsteller treffen aufeinander. 

Es bilden sich Rivalitäten, und auch alte Feindschaften blühen gar prächtig in dieser Runde wieder auf. 

Ann Cleeves spart nicht mit Spitzen und Seitenhieben auf die schreibende Industrie. Die Charaktere der Workshoprunde sind sicherlich recht schematisch dargestellt, aber niemals langweilig. Hinzu kommt ein sympathisches Team um Vera Stanhope, das auch von Fall zu Fall mehr Tiefe bekommt. 

Vera selbst kommt noch immer ein wenig stur, ein wenig ruppig, sehr unabhängig und erfahren rüber. Ihr macht so leicht keiner etwas vor, ihre Arbeit ist ihr Lebensinhalt. Dabei ist sie in ihrem tiefsten Innern doch recht fürsorglich und macht sich durchaus ihre Gedanken um ihre Mitarbeiter und ihre Nachbarin, die gleich zu Beginn in den Focus der Geschichte rückt. 

Dieser Aspekt der Fürsorglichkeit hat mich einmal mehr überrascht, ist sie doch sonst eher jemand, der Nähe und menschliche Wärme nicht unbedingt aushalten kann. Ich mag Vera Stanhope und ihre etwas verschrobene unnahbare Art, und die Tatsache, dass sie doch das Herz am richtigen Fleck hat, und auch dieser Krimi hat mich gut unterhalten. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Ich vergebe die Sterne für einen in sich stimmigen und runden Geordie-Krimi 

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Krimis um Vera Stanhope mit Brenda Blethyn in der Rolle der Vera und David Leon als Ashworth verfilmt werden und als Serie unter dem Namen „VERA“ in Großbritannien laufen, die dritte Staffel wird zur Zeit gedreht. 

Ich habe den ersten Teil der zweiten Staffel gesehen und kann nur hoffen, dass wir sie bald auch in Deutschland sehen können, denn es lohnt sich wirklich. Inspector Lewis und Tom Barnaby können sich warm anziehen. ;-)

DAS LETZTE WORT ist als Taschenbuch (448 Seiten) bei rororo in einer Übersetzung von Stefanie Kremer für 9,99 Euro erschienen

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