Samstag, 20. Oktober 2012

DAS GESPINST DES BÖSEN - Merrily Watkins zwischen Tempelrittern, Mythen und Hippies

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Das alte Master House neben der Templerkirche von Garway soll endlich renoviert werden. Doch dunkle Gerüchte umgeben das Anwesen. Exorzistin Merrily Watkins nimmt die Sache zunächst nicht so ernst. Dann werden zwei Menschen ermordet, und Merrily macht sich durch Nachfragen unbeliebt. 

Sie gerät dem jahrhundertealten Streit zweier Familien auf die Spur und deckt Furchtbares auf, das im Master House geschah – ein Verderben stiftendes Gespinst aus Sex, Blut und Magie. (Verlagsinfo) 

Merrily Watkins, Pfarrerin im Dienste der anglikanischen Kirche und alleinerziehende Mutter, hat ihre Gemeinde eigentlich in Ledwardine, einem kleinen Ort im ländlichen Herefordshire nahe der walisischen Grenze. 

Dort lebt sie mit ihrer Tochter Jane und kümmert sich nicht nur um die geistlichen Belange ihres Sprengels, sondern ist außerdem noch als "Beraterin für spirituelle Grenzfragen" dort anzutreffen, wo ihre Hilfe benötigt wird. Diesmal also in Garway, wo Prinz Charles, der „Prince of Wales und "Duchy of Cornwall" das aus dem Mittelalter stammende Master House gekauft hat und umbauen möchte. 

Aber der mit dieser Aufgabe betraute Handwerker, ein Meister seines Fachs, möchte den Auftrag nicht ausführen, weil seine Lebensgefährtin der Meinung ist, dass „das Böse“ in dieses Haus eingedrungen und die Atmosphäre im Inneren unheimlich und bedrohlich ist. Und Merrily soll dies nun überprüfen, nach den Ursachen forschen und nach Möglichkeit dafür sorgen, dass das spirituelle Gleichgewicht wieder hergestellt wird. 

Mit „Mystery“ hat das meiner Meinung nach allerdings weniger zu tun, sondern eher mit der Verknüpfung von Hypersensibilität und ungewöhnlichen Ereignissen in der Vergangenheit, die im Laufe der Handlung für mich eine plausible Erklärung der Vorgänge liefern.

Persönliche Meinung: 5**** (von 5 möglichen)

Phil Rickman erzählt sehr eindringlich und beschreibt seine Figuren so detailliert, dass der Leser große Sympathien für diese hegt. Ob das nun seine Hauptfigur Merrily, ihr Freund, der Musiker Lol, ihre Tochter Jane oder das Dorforiginal Gomer ist – alle sind mir im Laufe der nun neun Bände umfassenden Reihe richtig ans Herz gewachsen. 

Der Autor setzt sich sehr kenntnisreich und gut recherchiert mit der Historie der Tempelritter auseinander und verbindet diese nicht nur mit alten Mythen und Legenden, sondern auch mit der Hippie-Bewegung der siebziger Jahre. Rickman zielt nicht auf Schockeffekte, sondern erzählt eine sehr komplexe und spannende Geschichte, die zu jedem Zeitpunkt die Aufmerksamkeit des Lesers fordert. 

Der eine oder andere Leser wird wahrscheinlich mangels vordergründiger Action sein Problem mit diesem Thriller haben, aber ich liebe diese Reihe und freue mich schon auf den nächsten Band.

DAS GESPINST DES BÖSEN ist als Taschenbuch (560 Seiten) in einer Übersetzung von Nicole Seifert für 9,99 Euro erschienen.

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