Montag, 3. September 2012

SHERLOCK HOLMES von Oliver Kalkofe dynamisch und modern interpretiert

Krimi-Rezension von Nicole Glücklich 
(Redaktionsmitglied The Bakerstreet Chronicle)

Die neue Hörbuchreihe des Hörverlags wurde gerade veröffentlicht, jedoch hatte ich bereits Gelegenheit, „Ein Skandal in Böhmen“ zu hören. 

Die Geschichte ist eine der bekanntesten unter den Sherlock-Holmes-Erzählungen von Sir Arthur Conan Doyle: 

Sherlock Holmes wird vom König von Böhmen beauftragt, eine Fotografie wiederzubeschaffen, die ihn und seine ehemalige Geliebte Irene Adler zeigt, damit seine Hochzeit mit einer skandinavischen Prinzessin nicht in Gefahr gerät. Mit einer List gelingt es Holmes, den Aufbewahrungsort der Fotografie zu ermitteln, doch dann ist ihm „die Frau“ am Ende doch einen Schritt voraus

Als Grundlage dieser ungekürzten Lesungen dienen die als Standardausgabe geltenden Übersetzungen von Gisbert Haefs.

Neben „Ein Skandal in Böhmen“, der zusammen mit „Die Liga der Rotschöpfe“ als Doppel-CD erscheint, sind außerdem „Eine Frage der Identität“/„Das Rätsel von Boscombe Valley“, „Die fünf Orangenkerne“/„Der Mann mit der entstellten Lippe“ sowie „Der blaue Karfunkel“/„Das gesprenkelte Band“ erhältlich – vorerst. 

Denn die Reihe soll fortgesetzt werden und das wäre auch äußerst wünschenswert, denn der Schauspieler, Synchronsprecher und Comedian Oliver Kalkofe macht die Geschichten zu einem Hörgenuss. 

Wer Oliver Kalkofe kennt, kann sich vorstellen, dass seine Interpretation der Sherlock-Holmes-Geschichten alles andere als langweilig sind – und das trifft auch zu! Er liest die Geschichten einerseits mit größtem Respekt vor dem Original, andererseits jedoch mit soviel Dynamik, das es fast wie ein Hörspiel wirkt. 

Insgesamt also eine sehr moderne Fassung, für die sich nicht zuletzt auch Regisseur (und Mitglied der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft) Kai Lüftner verantwortlich zeichnet.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Die Sherlock-Holmes-Geschichten wurden bereits in unzähligen Fassungen als Lesung veröffentlicht – viele davon sind leider, gelinde gesagt, ziemlich dröge. 

Der Klassiker ist dabei wohl die Lesungsreihe mit Friedrich Schönfelder für den NDR, welche zwar sehr professionell, jedoch ebenso unspektakulär ist. Tiefpunkte der Hörbuchveröffentlichungen sind in diesem Zusammenhang leider die Aufnahmen mit Wolfgang Buschner und die Vertonung der Lutz-Übersetzung vom Naxos Verlag. 

Dies sind bei weitem natürlich nicht alle Lesungen, die von Holmes-Geschichten gemacht wurden – eine Betrachtung aller würde den Rahmen hier bei weitem sprengen. Der einzige, der sich an eine kreative Neuinterpretation einer Holmes-Geschichte wagte, ist Götz Alsmann – allerdings blieb es nur bei einer Aufnahme von „Der Hund der Baskervilles“.

 Mit diesen modernen Lesungen von Oliver Kalkofe ist dem Hörbuch Verlag wirklich eine tolle Reihe gelungen, die hoffentlich noch lange und vielleicht sogar vollständig fortgeführt wird.

Die Audio-CD der Sherlock-Holmes-Reihe von Der Hörverlag, gelesen von Oliverkalkofe kosten jeweils 9,99 Euro.

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