Sonntag, 2. September 2012

KNOCHENSPLITTER - Stuart MacBrides kritischer Blick auf Casting-Shows

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Alison McGregor und ihre kleine Tochter Jenny wurden durch ihre Teilnahme an der TV-Show „Britain’s Next Big Star“ in ganz Großbritannien berühmt. Ihr Lied ist ein Hit, und die beiden haben gute Chancen, das Finale zu gewinnen. Das ganze Land, vor allem aber ihre Heimatstadt Aberdeen, liegt den beiden zu Füßen. 

Doch der Traum vom Ruhm hat sich für Alison und Jenny in einen Albtraum verwandelt: Die beiden wurden entführt, und das nun folgende Drama hält die gesamte Öffentlichkeit in Atem. Detective Sergeant Logan McRae und seinen Kollegen läuft die Zeit davon, zumal die Täter keinen Zweifel daran lassen, dass sie es ernst meinen. (Verlagsinfo) 

Handlungsort des siebten Buches der Reihe mit DS Logan McRae ist wie immer Aberdeen, die Stadt aus Granit, im Nordosten Schottlands und auch die handelnden Personen sind bereits aus den Vorgängerbänden bekannt. 

Und doch hat „Knochensplitter“ einen spürbar anderen Unterton. Das besondere Kennzeichen dieses Autors war für mich bisher immer die Verbindung von düsterer Grundstimmung, verstärkt durch den immerwährenden schottischen Regen, aber gebrochen durch die lockeren Sprüche und den schwarzen Humor des Detective Sergeants. Davon ist diesmal wenig zu spüren, denn der Umgangston der Teammitglieder untereinander hat sich deutlich verändert und ist geprägt von unterschwelligen Aggressionen und Animositäten. 

Auch Logan McRae hat seine Unbekümmertheit und Sorglosigkeit verloren und wirkt immer mehr von inneren Dämonen getrieben, aber das ist ja nicht unüblich in der aktuellen Kriminalliteratur. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Gelungen ist meiner Meinung nach der kritische Blick auf Casting-Shows, deren diverse Mechanismen und die Hysterie, wie beispielsweise den Zwang, um jeden Preis im Rampenlicht stehen zu wollen oder das gezielte Füttern der Presse mit Informationen über die Kandidaten, MacBride sehr zutreffend beschreibt. 

Einen großen Anteil nimmt diesmal die Beschreibung der Polizeiarbeit in Anspruch, immer wieder durchbrochen von Szenen, die Gewalt förmlich zelebrieren. Das war selbst mir ab und an etwas zu dick aufgetragen und auch nicht unbedingt für den Fortgang der Handlung erforderlich. Aber dennoch werde ich DS Logan McRae und seinen Kollegen und Kolleginnen von der Grampian Police auch bei ihrem nächsten Fall durch die dunklen Gassen von Aberdeen folgen.

KNOCHENSPLITTER ist gebunden (512 Seiten) bei Manhattan in einer Übersetzung von Andreas Jäger für 19,99 Euro erschienen.

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