Samstag, 15. September 2012

DIE GRENZGÄNGERIN - Agenten-Thriller von Jacques Berndorf

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Der deutsche Top-Agent Karl Müller geht bei einem Auftrag in Tripolis verloren. Prompt will ihm der BND fristlos kündigen – gegen den Widerstand seines Chefs Krause, der daraufhin selbst den Dienst verlässt. 

Die Situation im BND ist heillos verfahren, da trifft die Nachricht ein, dass eine Frau in Albanien tausend Kilogramm Sprengstoff gekauft hat und damit auf dem Weg nach Deutschland ist. Wer ist sie? Was will sie? Und vor allem: Wer kann sie aufhalten? (Verlagsinfo) 

„Die Grenzgängerin“ von Jacques Berndorf ist kein Eifel-Krimi, sondern der mittlerweile 4. Teil der Thriller-Serie um den BND-Agenten Karl Müller, und wie schon in den Vorgängerbänden muss dieser wieder einen heiklen Auftrag erfüllen. 

Diesmal muss er, um Informationen von dem Spitzel „Quelle 6“ zu beschaffen, nach Libyen reisen. Aber die Mission gestaltet sich anders als geplant und setzt eine unerwartete Serie von Ereignissen in Gang. 

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Der Autor erzählt drei ineinander verzahnte Geschichten mit unterschiedlichen Protagonisten, als da sind: Karl Müller, seine Lebensgefährtin Svenja Takamoto und ihr Kollege Dehner, deren Schicksal in Libyen auf Messers Schneide steht. Madeleine Wagner, die mit einer großen Menge C4-Sprengstoff in Richtung Deutschland unterwegs ist und nicht zögern wird, damit Menschenleben auszulöschen. Krause, BND-Amtsleiter und Chef der drei Agenten, der sich aufgrund interner Angriffe und Querelen in sein Home-Office zurückzieht. 

Das Handlungskonzept für diesen Polit-/Spionagethriller war gut, konnte mich aber mit fortschreitender Lektüre nur bedingt überzeugen. 

Berndorf schreibt sehr dialoglastig und packt die Charakterisierung seiner Figuren und deren Befindlichkeiten in die Unterhaltungen, ebenso wie die Intrigen innerhalb der Institution. Dies sorgt dafür, dass die Geschichte immer wieder an Tempo und der Leser das eine oder andere Mal den Faden verliert. 

Und auch das Ende wirkt nur bedingt glaubwürdig und schlüssig. 

Positiv ist allerdings zu vermerken, dass der Autor den Schwerpunkt tatsächlich auf die Handlung legt und nicht glaubt, mit exotischen Schauplätzen punkten zu müssen, und dass seine Figuren, wenngleich Agenten, menschlich wirken und nicht wie Superhelden agieren – na ja, vielleicht mit Ausnahme von Svenja ;-)

DIE GRENZGÄNGERIN ist gebunden (400 Seiten) bei Heyne für 19,99 Euro erschienen.

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