Dienstag, 18. September 2012

DER SCHIEBER (Hörbuch) - Überlebenswille im Alltag des Nachkriegsdeutschland

DER SCHIEBER
Autor: Cay Rademacher
Verlag: DAV
Auflage: September 2012
Sprecher Burghart Klaußner
5 Audio CD  mit 374 Min.
19,99 Euro

Krimi-Rezension: Jörg Völker


Im Deutschland der unmittelbaren Nachkriegszeit folgt dem extrem strengen Winter 1946/47 ein ausgesprochen heißes Frühjahr 1947. 

Oberinspektor Frank Stave von der Kripo Hamburg hat sich etwas erholt von den harten Schlägen, die ihn und seine Familie während des 2. Weltkrieges getroffen haben : der Tod seiner geliebten Frau und das ungeklärte Schicksal seines Sohnes. 

Er hat mittlerweile eine etwas ambivalente Beziehung zu der Flüchtlingsfrau Anna und erfährt, dass sich sein Sohn in russischer Kriegsgefangenschaft befindet. Das Leben in Hamburg ist immer noch beschwerlich. Gebäude aller Art weisen immense Schäden auf. Die Infrastruktur ist nur notdürftig hergestellt. 

Viele Einwohner leben am Rande des Existenzminimums, oft in Notunterkünften. Die Verwaltung steht unter der Aufsicht der britischen Besatzungsmacht. Die Industrieproduktion ist marginal, Produktionsstätten werden sogar demontiert, so z. B. bei der Werft von Blohm & Voß. 

Da wird die Leiche eines Waisenjungen, auf einem Bomben-Blindgänger liegend, gefunden, ausgerechnet im Sperrgebiet der Werft von Blohm & Voß. Die Ermittlungen stellen Stave vor große Probleme, bei deren Lösung wieder sein englischer Bekannter, der Geheimdienstoffizier MacDonald, tatkräftig hilft, nicht ganz uneigennützig. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Anhand der Aufklärung dieses Falles erlebt der Leser bzw. Hörer eine tour d'horizon durch alle Facetten des damaligen Alltags wie bereits im Vorgängerroman "Der Trümmermörder"

Die auftretenden Personen sind lebendige Wesen mit sorgfältiger Charakterisierung. Ihre Motivation ist ihr Überlebenswille. 

Die Handlung ist immer spannend erzählt und sehr lehrreich für die Nachgeborenen. 

Die gut recherchierte und komponierte Buchvorlage wird von dem bewährten Sprecher, dem Schauspieler Burghart Klaußner, sehr gekonnt und fesselnd vorgetragen. Für mich ein Genuß! 

Ich bin gespannt, ob Cay Rademacher einen weiteren Fall für Frank Stave folgen läßt. Ich würde mich sehr darüber freuen!

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