Dienstag, 4. September 2012

DER JÜNGER VON LAS VEGAS ist leider sehr vorhersehbar

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Kaum hat die chinesisch-kanadische Agentin ihren ersten Fall erfolgreich abgeschlossen, wartet „Onkel“, ihr dubioser und mächtiger Auftraggeber aus Hongkong, bereits mit einer neuen Mission: Der reichste Mann der Philippinen wurde bei einem Grundstückskauf um 50 Millionen Dollar betrogen Ava Lee soll das Geld wiederbeschaffen. 

Die Spur der Drahtzieher führt sie abermals rund um den Globus. Schließlich gerät sie in das zwielichtige Milieu des Onlinepokers, wo sie auf den „Jünger“ trifft, einen exzentrischen Profipokerspieler, dem alle Mittel recht sind, um Avas Ermittlungen zu stoppen. Zudem muss sie sich vor einem Feind aus vergangenen Tagen retten, der eine alte Rechnung mit ihr begleichen will, doch Ava zeigt sich unerschrocken wie immer. (Verlagsinfo)

Ein neuer Fall für Ava Lee, die Allround-Könnerin und Superwoman unter den Privatermittlerinnen, die unglaublich gut darin ist, verschwundenes Geld aufzuspüren. 

Hat der Autor Ian Hamilton noch im ersten Teil der Ava Lee-Reihe „Die Wasserratte von Wanchai“ den Schwerpunkt auf die ausufernden Beschreibungen der exotischen Schauplätze gelegt, so richtet er in „Der Jünger von Las Vegas“ den Fokus mehr auf den tatsächlichen Fall, auf den die Protagonistin angesetzt ist. 

Allerdings muss sie auch hier wieder rund um den Globus jetten, um das Geld wiederzubeschaffen und somit ihre Mission erfolgreich abzuschließen. Also nichts wirklich Neues. 

Und natürlich bekommt auch die Darstellung ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten, die in den scheinbar ausweglosen Situationen gefragt sind, in die Ava – natürlich – am laufenden Band gerät, wie z.B. ihre Kenntnisse in den Techniken der asiatischen Kampfkunst, ihre Sprachbegabung sowie ihre Cleverness, genügend Raum. 

Das wirkt schon sehr dick aufgetragen, unterscheidet sich nicht von dem Vorgängerband und ist auf Dauer ziemlich ermüdend. Hamilton hat zwar jede Menge Tempo in seiner Geschichte, stellt aber keine besonderen intellektuellen Ansprüche an den Leser. Dazu kommt, dass ich permanent das Gefühl hatte, das alles schon einmal gelesen zu haben. Für den einen oder anderen Leser mag das die ideale Urlaubslektüre sein, mir war es zu durchschaubar.

DER JÜNGER VON LAS VERGAS ist gebunden (368 Seiten) im Kein und Aber Verlag für 19,90 Euro erschienen.

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