Sonntag, 30. September 2012

DER ARCHITEKT - Lesenswerter Thriller ohne Sympathieträger

Krimi-Rezension von Petra Querfurth

Ein aufsehenerregender Mordfall, eine Mediensensation: Der Berliner Stararchitekt Julian Götz ist angeklagt, seine Frau und seine beiden kleinen Töchter bestialisch ermordet zu haben. Nachts, im Schlaf. Alle Indizien deuten auf ihn als Täter, doch er beschafft sich ein Alibi. 

Der junge Drehbuchautor und Journalist Ben Lindenberger wittert seine Chance, mit einem spektakulären Buch über den Fall zu Bestseller-Ruhm zu gelangen, und stellt Nachforschungen an. Doch bald schon ist er nicht mehr Herr des Geschehens und gerät in einen Sog aus Machtgier, Intrigen, dunklen Geheimnissen und Begierden. (Verlagsinfo)

Noch während des Prozesses an dem vermeintlichen Mörder Julian Götz fast der Drehbuchautor Ben Lindenberger den Entschluss, ein Buch zu schreiben. Obwohl er Julian Götz für den Täter hält, gelingt es ihm, den Architekten für sein Projekt zu gewinnen. 

Dieser versucht nun seinerseits Ben für seine Zwecke zu missbrauchen. Bei seinen Nachforschungen stößt Ben nicht nur im familiären Umfeld des Angeklagten sondern auch in dessen Firma auf dunkle Geheimnisse. Wer ist die unbekannte Schöne, mit der Julian Götz in der Tatnacht zusammen gewesen sein will und der Ben schon bei ihrem ersten Treffen verfällt? Bald kann Ben seinen eigenen Sinnen nicht mehr trauen und droht im Sog der Obsessionen zu versinken. Und dann geschieht ein weiterer Mord...

Persönliche Meinung: 4 **** (von 5 möglichen)

Jonas Winner legt seinen Psychothriller in zwei Erzählsträngen an. Einerseits folgt der Leser dem Drehbuchautoren Ben Lindenberger bei seiner Spurensuche und andererseits meldet sich eine junge Frau namens Mia zu Wort. 

Diese scheint an einem geheimen Ort gefangen zu sein, aus dem sie keinen Fluchtweg finden kann. Der Plot ist interessant und spannend geschrieben. 

Die Protagonisten sind gut gezeichnet aber einen Sympathieträger gibt es in dieser Geschichte nicht. Jeder täuscht, versucht zu manipulieren und seine eigenen Interessen zu verfolgen. 

Ein raffiniertes Ende, welches eigentlich gar kein Ende ist – genau so könnte es in jeder x-beliebigen Stadt weitergehen – rundet den Thriller ab. Auch wenn die Dialoge recht gestelzt und holprig wirken, ist DER ARCHITEKT trotzdem ein lesenswerter Thriller.

DER ARCHITEKT ist als Taschenbuch (384 Seiten) bei Knaur für 9,99 Euro erschienen.

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