Mittwoch, 26. September 2012

ALLES MUSS VERSTECKT SEIN - Verstörende Reise in die verletzte menschliche Psyche

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. 

Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. 

Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint. (Verlagsinfo) 

In ihrem zweiten Psychothriller nimmt Wiebke Lorenz ihre Leser auf eine verstörende Reise in die verletzte menschliche Psyche mit.

Der Unfalltod ihrer Tochter ist für die Erzieherin Marie traumatisch und hat Auswirkungen auf ihr Seelenleben. Immer wieder tauchen vor ihrem inneren Auge Gewaltfantasien auf, schreckliche, ja mörderische Gedanken, was sie den ihr anvertrauten Kindern und den Menschen in ihrer Umgebung antun möchte.

Bis sie eines Morgens tatsächlich neben einer Leiche aufwacht und in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wird. Hat die Realität die Vorstellung wirklich eingeholt, und ist sie zur Mörderin geworden? Mit der Hilfe ihres behandelnden Psychiaters lichtet sich nach und nach das Dunkel und der Leser erfährt, ob Marie wirklich eine Psychopathin oder vielleicht doch das Opfer ist.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

„Aggressive Zwangsgedanken“ nennt sich dieses Krankheitsbild und die Autorin vermittelt behutsam, aber dennoch eindrucksvoll die Zerbrechlichkeit eines Menschen, der an dieser Krankheit leidet.

Allerdings war der Plot meiner Meinung nach durchsichtig und konventionell angelegt, obwohl sich die Autorin bemüht hat, Haken zu schlagen. So war schnell klar, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde.

Und eine Liebesgeschichte durfte natürlich auch nicht fehlen, schreibt Wiebke Lorenz doch mit ihrer Schwester Frauke Scheunemann unter dem gemeinsamen Pseudonym Anne Hertz üblicherweise höchst erfolgreich Frauenromane.

ALLES MUSS VERSTECKT SEIN ist broschiert (352 Seiten) im Blessing Verlag für 14,95 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.