Samstag, 11. August 2012

TOD AUF DER RENNBAHN - Mord während der "Großen Woche" in Iffezheim

Krimi-Rezension von Nora

„Tod auf der Rennbahn“ ist Rita Hampps zweiter Kriminalroman, welcher in Baden-Baden und näherer Umgebung spielt. Die Handlung beginnt auf der Galopprennbahn in Iffezheim zur Zeit der "Großen Woche" (Termin in diesem Jahr: 25.08. bis 06.09.12) und nimmt überraschend schnell Tempo auf.

Im Zentrum der Geschehnisse steht der Mord an dem Gutsbesitzer Sonnefeld alias Sonny, welcher nach einem Pferderennen erstochen in einer Pferdebox seines Favoriten „Rother Wind“ aufgefunden wird. Wie angepeitscht vom Adrenalin des Rennens kommen schnell allerhand Gerüchte und Motive auf. Ging es hier um Rache an dem Pferdebesitzer? Um Wettbetrug oder sogar um Negativdoping? 

Polizeireporterin Lea Weidenbach ist bereits vor Ort als der Tote aufgefunden wird. Lea hatte eine Reportage über ihren Schulfreund, den Jockey Andreas Fiebig geplant. Als dieser kurz nach der Tat zum Hauptverdächtigen avanciert ist er bereits spurlos verschwunden. Als er Lea Weidenbach kontaktiert, wird dies für sie zu einem Gewissenskonflikt. Wie weit kann sie Andi vertrauen? Keinesfalls will sie Hauptkommissar Gottliebs Ermittlungen behindern, aber ihr Jagdtrieb ist bereits geweckt. 

Sie möchte zu gern an Andis Unschuld glauben – nicht zuletzt weil sie sich wegen einer Geschichte um Verrat aus alten Tagen noch heute ihm gegenüber schuldig fühlt, dies nie befriedigend klären konnte. Immer wieder überschneiden sich ihre inoffiziellen Ermittlungen mit denen der Kriminalpolizei und sie findet zudem tatkräftige Unterstützung in Gestalt ihrer hochmotivierten Vermieterin Luise Campenhausen, die sich in Miss Marples Fußspuren sieht.

Dies sorgt beim Leser für den ein oder anderen Schmunzler. Die Protagonisten (Gottlieb, Weidenbach und Campenhausen) sind bereits im ersten Kriminalroman „Die Leiche im Paradies“ eingeführt worden. Ich habe diesen nicht gelesen, dadurch ergaben sich allerdings keine Verständnisprobleme.

Persönliche Meinung:
4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Mühelos konnte ich mir ein Bild der Personen machen, dies natürlich nicht zuletzt aufgrund der guten Charakterdarstellungen. Nur der Jockey ist aus meiner Sicht etwas zu hastig beschrieben worden, obwohl er in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt. Am Ende des Romans hatte ich das Gefühl, dass er sich a) sehr widersprüchlich benimmt und äußert und dass ihm b) ein wenig mehr Zeilen gut getan hätten.

Dies und die Fachbegriffe aus dem Rennsport (auch im Bezug auf Örtlichkeiten), die nicht erläutert wurden, sind aus meiner Sicht das einzige Manko in dieser sehr rasanten und durchweg gut geschriebenen Kriminalgeschichte.

Rita Hampp macht eines besonders deutlich: Gute Kriminalromane können „nebenan“ spielen, entscheidend ist ein wortgewandter Autor der eine spannende Geschichte zu erzählen weiß!

TOD AUF DER RENNBAHN ist broschiert (287 Seiten) bei Emons für 10,90 Euro erschienen.

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