Donnerstag, 30. August 2012

JAGABLUT - Unterhaltsamer Alpenkrimi

Krimi-Rezension Jörg Völker

Die junge Wiener Ärztin Dr. Emma Canisius möchte nicht in der Privatpraxis ihres Vaters arbeiten, sondern bewirbt sich um die vakante Landarztstelle im Dorf Alpbach. Ihre Kandidatur ist erfolgreich. An Ort und Stelle findet sie ein Gemeinwesen vor mit einer geschlossenen Gesellschaft. 

Sie merkt sehr schnell, dass es ihr schwer fallen wird, hier Fuss zu fassen und als Aussenseiterin das Vertrauen der Alteingesessenen zu erwerben und Patienten zu finden. Bei ihrer Ankunft trifft sie den Ortspfarrer, dessen Rat sie in den Wind schlägt und vorläufig Quartier nimmt im außerhalb gelegenen Gasthof „Zum Jagawirt“. 

Ihr Empfang ist etwas frostig. Die vorgefundenen Personen sind knorrige Originale, die sich von der Fremden nicht stören lassen. Sie spürt, dass unterschwellige Spannungen zwischen den Dorfbewohnern herrschen. Um verstehen zu können, warum sich die Einheimischen so und nicht anders verhalten, versucht sie, Nachforschungen anzustellen. 

Gleichzeitig betreibt sie energisch die Vorbereitungen zur Praxiseröffnung. Überfälle auf sie und die Ermordung des Jaga-Wirtes lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Außerdem ist sie jetzt motiviert, selbst die Aufklärung in die Hand zu nehmen. 

Sie entdeckt, dass die Ursache für die jetzigen Ereignisse in einem mysteriösen Todesfall vor vielen Jahren zu finden sind. Die Dörfler haben sich damals und bis heute ungewöhnlich verhalten und die notwendige Aufklärung nicht zugelassen. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Die Verhältnisse in Alpbach werden von der Autorin Ines Eberl sehr genau geschildert. Die Charaktere sind originell dargestellt, ohne klischeehaft zu wirken. 

Der Handlung wohnt von Beginn an eine Spannung inne, die den Leser unterschwellig in ihren Bann zieht. Man will einfach wissen, was damals geschah und warum die Ärztin in der Gegenwart davon betroffen ist. Wer steckt dahinter? 

Ein gelungener Alpenkrimi mit großem Unterhaltungswert. 

JAGABLUT ist broschiert (280 Seiten) bei Emons für 9,90 Euro erschienen.

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