Mittwoch, 8. August 2012

JACK TAYLOR LIEGT FALSCH - Psychogramm eines verlorenen Säufers

Krimi Rezension von Elke Heid-Paulus

Nachdem Jack Taylor bei der Polizei rausgeflogen ist und als Privatermittler mehr Schaden angerichtet hat als die Verbrecher, die er zu stellen versuchte, hat er sich nach London verkrümelt. Seine Ermittlungen hatten immerhin zu drei bis vier Morden, etlichen gebrochenen Herzen und einem dicken Batzen Bargeld geführt. 

Doch auch London hält nicht, was es nie versprochen hat: Statt in einer schicken Wohnung mit Parkblick landet Jack in einem beheizbaren Kabuff in einem Abrissviertel. Jetzt kehrt Jack mit zwei Errungenschaften nach Irland zurück: einem neuen Ledermantel und einer handfesten Koks-Abhängigkeit. Kaum ist er in Galway angekommen, bittet ihn ein Landfahrer um Hilfe. (Verlagsinfo) 

Nach "Jack Taylor fliegt raus" bedient der zweite Band der Reihe mit dem Titel "Jack Taylor liegt falsch" die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Leser: Natürlich ist es ein Krimi, gilt es doch denjenigen zu finden und zu überführen, der die "Tinker" (= ursprünglich Kesselflicker, mittlerweile irische Nichtsesshafte, die über Land ziehen) umbringt. 

Es gibt zwar auch noch den Fall der abgemurksten Schwäne, der aber nicht sonderlich relevant ist und von Jack Taylor aufgeklärt wird. Dann, und das steht bei diesem Protagonisten außer Frage, ist es das Psychogramm eines, und diesen Ausdruck verwende ich bewusst, verlorenen Säufers, für den der Alkohol in allen Variationen so wichtig ist wie die Luft zum Atmen. 

Persönliche Meinung: 3*** (von 5 möglichen)

Üblicherweise mag ich Ermittler mit Ecken, Kanten und Problemen, aber diese Mengen Koks und Sprit sowie der Dauersuff waren mir dann doch zu viel.

Etwas versöhnt haben mich die offensichtliche Belesenheit und der gute Musikgeschmack von Jack Taylor (Van Morrison gehört auch zu meinen Lieblingsinterpreten), auch wenn bereits im ersten Satz der Bezug zu einem Thin Lizzy Titel etwas seltsam anmutet. 

Harry Rowohlt (Übersetzer) hat zwar die "Seele" des Protagonisten erfasst, sich aber ansonsten doch einige Schnitzer in der Übersetzung erlaubt, was für mich den Schluss zulässt, dass er einige der zitierten Song-, Film- und Buchtitel nicht kennt. Schade!

JACK TAYLOR LIEGT FALSCH ist als Taschenbuch (240 Seiten) bei dtv in einer Übersetzung von Harry Rowohlt für 8,95 Euro erschienen.

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