Mittwoch, 29. August 2012

IM NAMEN DES BLUTES - Krimi-Debut von Georges Simenons Sohn Pierre

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Der Anwalt Antoine kehrt in die Schweiz zurück, um der Beerdigung seiner Mutter beizuwohnen, doch ihm bleibt kaum Zeit, um zu trauern. Nach der Beisetzung erhält er einen Brief, wonach sein längst verstorbener Vater im Zweiten Weltkrieg mit dem Naziregime kollaboriert haben soll. Während seine Familie seltsam untätig bleibt, macht sich Antoine auf die Suche nach der Wahrheit, um das Andenken seines Vaters reinzuwaschen. 

Bald sind es aber nicht mehr nur die Schatten der Vergangenheit, die ihn zu verschlingen drohen – denn noch heute schreckt der Verräter von einst vor nichts zurück, damit seine Verbrechen ungesühnt bleiben. Von Genf bis nach Texas beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod. (Verlagsinfo) 

Der Autor Pierre Simenon trägt einen berühmten Namen, ist er doch der Sohn des erfolgreichen Krimiautors und Vielschreibers Georges Simenon. Er setzt zwar die Familientradition fort, aber sein Erstling "Im Namen des Blutes" unterscheidet sich doch sehr deutlich von den Maigret-Krimis seines Vaters. 

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

Pierre Simenon hat einen sehr "amerikanischen" Thriller mit starkem historisch-politischen Einschlag geschrieben, der offensichtlich auch einige autobiografische Züge aufweist: Da ist zum einen die Hauptfigur Antoine Demarsand, wie der Autor ein in der Schweiz geborener Anwalt, der in den USA lebt und arbeitet, dann der Tod der Mutter sowie der Name des Vaters, den es reinzuwaschen gilt. 

Mir haben besonders gut die historischen Einschübe gefallen, erfährt man hier doch sehr interessante Einzelheiten über die Verstrickungen der Schweizer Banken mit den deutschen Nationalsozialisten. 

Spionage und Erpressung, Söldner und Killer, Verrat und Schande – es ist alles vertreten, was das Herz des Thriller-Lesers begehrt. Aber, und daran hakt es in diesem Debüt, Simenon versteht es nicht, seinen Figuren Leben einzuhauchen. 

Auf mich wirkte das alles sehr schablonenhaft und (noch) nicht sonderlich routiniert. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, denn die Ansätze dazu sind auf alle Fälle vorhanden.

IM NAMEN DES BLUTES ist gebunden (480 Seiten) im Limes Verlag in einer Übersetzung von K. Schatzhauser für 19,99 Euro  erschienen.

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