Montag, 6. August 2012

HOFFNUNG IST GIFT - Nach einem wahren Kriminalfall

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Jeff Sutton arbeitet als Taxifahrer in Dallas, Texas. Als am Flughafen eine Frau in sein Auto einsteigt, kann er noch nicht ahnen, dass in Kürze sein Leben in Trümmern liegen wird. Denn die zwölfjährige Tochter der Frau verschwindet spurlos, und für die Polizei ist Jeff der vermeintliche Täter, weil er in dem Haus an einem Fensterrahmen einen Fingerabdruck hinterlassen hat. 

Obwohl er sich noch nie etwas hat zuschulden kommen lassen, wird er verhaftet und muss die Zeit bis zu seiner Verhandlung im Todestrakt verbringen. Niemand glaubt seinen Unschuldsbeteuerungen, lediglich der mehrfache Mörder Robert ist von Suttons Unschuld überzeugt. Und auch der Pflichtverteidiger agiert mehr als nur halbherzig im Falle seines Klienten.

Iain Levison hat sich bei seinem Roman von einem realen Fall inspirieren lassen, was die ganze Geschichte nur noch erschreckender macht.

Ermittler, die nicht rechts noch links schauen, nur darauf bedacht, eine weitere Kerbe für einen gelösten Fall in den Colt zu schnitzen, taub für alle Hinweise, die die Unschuld des Inhaftierten beweisen könnten. Ein machtloser Häftling, der einer unbarmherzigen Justizmaschinerie ausgeliefert ist, ohne eine Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. Und da der Autor seine Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, ist der Leser zu jedem Zeit dem Protagonisten sehr nahe, spürt seine Verzweiflung, die Enttäuschung und die Hoffnungslosigkeit.

Und selbst als sich das Blatt mit dem Auffinden des Mädchens und der Verhaftung ihres Entführers wendet, empfindet man als Leser keine Erleichterung, denn die Maschinerie arbeitet weiter und zeigt noch einmal ihre ganze Menschenverachtung in Form der  Anwälte, die Beweise für die Unschuld des Taxifahrers in Händen halten, diese aber nicht auf den Tisch legen, weil ein zu frühes „Zucken“ sich auf die Höhe der Entschädigungszahlung und in diesem Fall auch auf ihr Honorar, ihren Profit, den sie mit dem Elend Suttons machen möchten, auswirken würde.

Persönliche Meinung: 5 ***** (von 5 möglichen)

Als Leser ist man empört und klappt das Buch zu, ist es doch hinreichend bekannt, und wird von dem Autor auch im Nachwort erwähnt, dass solche Fälle tagtäglich passieren und nicht immer so gut ausgehen, wie für den Taxifahrer aus Dallas.

HOFFNUNG IST GIFT ist gebunden (256 Seiten) im Deuticke Verlag in einer Übersetzung von Walter Goidinger für 17,90 Euro erschienen.

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