Samstag, 4. August 2012

DIE PUPPENMACHERIN (Hörbuch) steht dem Vorgänger DER FEDERMANN in nichts nach

DIE PUPENMACHERIN
Autor: Max Bentow
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: Juli 2012
Sprecher: Axel Milberg
ungekürzte Lesung
8 Audio CD mit 555 Minuten
Preis: 19,99 Euro
Krimi-Rezension: Dani Nimz

Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines neuen Mordfalles gerufen wird, ist er zutiefst erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bietet: Der Täter hatte eine junge Frau in den Keller gelockt und sie dort auf ungeahnte Weise ermordet – ihr Körper ist erstarrt in einem monströsen Sarkophag aus getrocknetem Schaum. 

Bei seiner Recherche stößt Trojan auf einen älteren Fall, der verblüffende Parallelen aufweist: Damals konnte die Puppenmacherin Josephin Maurer in letzter Sekunde aus einem Keller befreit werden, der Angreifer hatte bereits Spuren seiner makabren Handschrift auf ihrem Körper hinterlassen. Doch der als Täter identifizierte Karl Junker gilt inzwischen als tot - kann es sein, dass jemand ihn kopiert? Oder ist er doch noch am Leben, besessen davon, sein grausames Werk fortzusetzen? 

Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe, denn er ahnt, dass der Mörder in einen Wahn verstrickt ist, der sich seiner Vorstellungskraft entzieht - und dass das Töten noch lange kein Ende hat .... (Verlagsinfo)

Der angekündigte Sarkophag aus getrocknetem Schaum ist noch die harmloseste Variante der perfiden Zerstörungswut des Täters in diesem Thriller von Max Bentow. Und einen Baumarkt werde ich nie wieder betreten können, ohne dass mir ein Schauer über den Rücken läuft. 

Der zweite Band in der Reihe um Nils Trojan steht seinem Vorgänger (DER FEDERMANN)  in nichts nach. 

Wieder bekommt der Hörer ein ausgefeiltes, bitterböses Krimiszenario, sauber ausgearbeitete, lebendig gestaltete Figuren, einen angenehm normalen Kommissar und mit Berlin einen richtig guten Background. Vielleicht ist es die Ausgestaltung dieses Backgrounds, der mich Max Bentows Krimis so lieben lässt. Bentow versteht es, mir die Geschichte auf den Stadtplan zu tackern, in einer solchen Intensität habe ich das noch in keinem Krimi aus Berlin erlebt. Er lässt seine Geschichte in einer Gegend Berlins spielen, die mir zufällig sehr vertraut ist. Trojan wohnt in der Forster Straße in Kreuzberg und sein Weg zur Arbeit war streckenweise auch der meine. 

Auf den Fall selbst brauche ich nach der ausführlichen Verlagsinfo nicht mehr großartig einzugehen. Nur soviel: Man glaubt schnell den Täter gefunden zu haben, aber man ahnt: irgendwie ist dafür noch zuviel Hörbuch übrig. 

Die Ermittlungen gehen stetig voran, es bleibt viel Raum für eigene Spekulationen, ohne dass das Ermittlerteam unnötig lange auf der Stelle tritt. Die ganze Story ist in sich schlüssig und interessant. 

Zwar war die Figur des Kommissars, von dem man weiß, dass er unter Panikattacken leidet, schon vorher gut skizziert, sie wird hier aber noch weiter ausgeleuchtet und bekommt neue unerwartete Facetten. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Axel Milberg ist als Sprecher eine hervorragende Besetzung. Mich hat er von Anfang an total in seinen Bann gezogen. Die Vielfalt seiner stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten kommen in diesem Hörbuch sehr gut zur Geltung, da die Charaktere alles andere als banal sind. 

Alles in allem ein äußerst gelungenes Werk und ich gebe daher gerne eine unbedingte Kaufempfehlung.

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