Mittwoch, 15. August 2012

DIE LETZTE SÜNDE - Eine Reise durch Tel Aviv und Umgebung

Krimi-Rezension von Jörg Völker

Stadt im Fieber Tel Aviv – die Metropole der Sünde im Heiligen Land. Hier ermittelt Kommissar Assaf Rosenthal, ein ehemaliger Armeeoffizier, der Menschenfreund, Zionist, Frauenheld und liebenswertes Muttersöhnchen zugleich ist. 

Als eine junge Frau an einer Sprachenschule erdrosselt aufgefunden wird, scheint der Täter schnell gefunden: Ein junger Afrikaner wurde zuletzt mit der Toten gesehen. Doch dann findet Rosenthal heraus, dass das Mädchen eine Prostituierte war und den Namen Sulamith trug – "die schönste aller Frauen". Plötzlich scheinen andere verdächtig: Die Spur führt zu den Zuhältern und Drogenbossen der Stadt. (Verlags-Info)

Katharina Höftmann verschafft mit ihrem ersten Kriminalroman dem Leser das gute Gefühl, einen sehr kompetenten Reiseführer an seiner Seite zu haben und mit ihm auf Tour durch Tel Aviv und Umgebung zu sein.

Man merkt dem Buch sofort an : hier schreibt jemand, der sich in Israel auskennt. Das trifft auf die Autorin auch zu, denn sie lebt und arbeitet seit Jahren dort. Sie lässt alle ihre Erfahrungen einfließen und scheut sich nicht, die mannigfaltigen Konflikte der israelischen Gesellschaft aufzuzeigen, die sich z. B. aus der Herkunft der Vorfahren oder der eigenen Familie ergeben, aus der Wahrung der religiösen Tradition, dem Umgang mit der illegalen Einwanderung oder der unterschiedlichen Auffassung der Rolle der Frauen. Überschattet wird dies durch die palästinensische Frage und die ständige Bedrohung von außen.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Die Handlung ist gut aufgebaut. Es wird fließend und spannend erzählt, die auftretenden Personen sind lebendig charakterisiert und glaubwürdig in ihrer Motivation. Der ermittelnde Kommissar Assaf Rosenthal ist ein gut ausgebildeter Militär, der zuvor bei der Grenzsicherung im Gaza-Streifen tätig war.

Er wechselte auf Anraten seines Mentors in den Polizeidienst und hat nun seine erste Bewährungsprobe zu bestehen. Er ist gut vernetzt in der Gesellschaft, hat ein flottes Privatleben und ist immer hungrig. Außerdem ist er einer „Tüte“ im Freundeskreis nicht abgeneigt.

Der zunächst „einfache“ Fall entwickelt sich rasch zu einer komplexen Ermittlung, mit einem überraschenden Ende. Mein Fazit : ein hervorragendes Buch, das viele Leser verdient und dem hoffentlich „Fortsetzungen“ folgen!

DIE LETZTE SÜNDE ist als Taschenbuch (288 Seiten) bei atb für 9,99 Euro erschienen

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