Dienstag, 3. Juli 2012

LA NERA - Ein fast dokumentarischer Mafia-Thriller, doch spannend vom Anfang bis zum Ende

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Für Sophia, eine junge Sizilianerin aus einfachen Verhältnissen, ist es ein Traum: Sie heiratet den schwerreichen Arzt und Unternehmer Giulio Saviani, der Schönheitskliniken für die High Society betreibt. Erst allmählich wird Sophia klar, dass sie nun der „ehrenwerten Familie“ angehört. Die Kliniken sind nichts weiter als Fassade für einen höchst lukrativen Organhandel. 

Als ihr Mann ermordet wird, muss Sophia sich unversehens in einem blutigen Machtkampf der Mafia-Clans behaupten. Doch sie hat gelernt: Mit gnadenloser Härte verfolgt sie alle, die sich ihr in den Weg stellen. Und sie hat nun auch die Macht, Rache zu nehmen für ein traumatisches Erlebnis in ihrer Jugend. (Verlagsinfo)

Handlungsort: Sizilien, Hauptfigur: Sophia D’Arenal – daraus hat der deutsch-italienische Autor Claudio M. Mancini einen spannenden und offenbar sehr gut recherchierten Thriller gemacht. Es geht, wie könnte es anders sein, um Ehre und Rache, um alte Wunden, die Familie und die ehrenwerte Gesellschaft. 

Aber anders als in den üblichen Mafia-Romanen gibt es hier keinen Paten sondern eine Patin, die mit harter Hand und getrieben von unbändigem Hass die Geschicke des Clans lenkt.

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen)

Das Buch umfasst den Zeitraum von 1985 bis 2010, wobei zuerst der persönliche Hintergrund Sophias beschrieben wird. Nach dem Tod ihres Mannes ändert der Autor die Perspektiven und beleuchtet das Phänomen ‚Mafia‘ aus unterschiedlichen Blickwinkeln. 

So erhält der Leser zum einen interessante Informationen zu deren Vorgehensweise und Verankerung in der italienischen Gesellschaft und zum anderen erfährt man exemplarisch am Beispiel einer Staatsanwältin, nicht nur einiges über die Arbeit der Mafia-Jäger sondern auch, welche Auswirkungen diese Arbeit auf das tägliches Leben derjenigen hat, die dieser Organisation den Kampf angesagt haben.

Auf mich hat der Thriller sehr wirklichkeitsnah gewirkt und ich glaube nicht, dass sich der Autor die Inhalte aus den Fingern gesogen, sondern sich gründlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Und obwohl er fast dokumentarisch erzählt, flüssig und ohne Längen geschrieben - spannend von Anfang bis zum Ende.

LA NERA ist als Taschenbuch (624 Seiten) im Knaur Verlag für 9,99 Euro erschienen.

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