Donnerstag, 12. Juli 2012

DÜSTERMÜHLE - Keine schnelle Action & Tempo, sondern Atmosphäre & gute Figuren

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Bei einem Brandanschlag auf einen Gutshof im Dörfchen Düstermühle sterben zwei Menschen: der ehemalige Hofherr und sein Nachbar. Kommissar Bernhard Hambrock sucht fieberhaft nach einem Motiv. Bei den Ermittlungen, die ihn tief in die Vergangenheit führen, stößt er auf alte Familienfehden und ungesühnte Verbrechen. Doch kaum jemand kann sich erinnern, es gibt keine Zeitzeugen mehr. Und dann brennt es erneut in Düstermühle. (Verlagsinfo) 

„Düstermühle“ ist bereits das fünfte Buch der Krimireihe aus dem Münsterland mit Kommissar Hambrock von Stefan Holtkötter. Und wie bereits in den Vorgängerbänden beschreibt Stefan Holtkötter weit zurückliegende Ereignisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart hineinreichen. 

Eine nicht unwesentliche, ja im Gegenteil DIE Rolle spielen die Ereignisse in einem Dorf nahe der niederländischen Grenze während der letzten Tage des Zweiten Weltkrieges, wo eine verschworene Gemeinschaft unverhofft mit Fremden konfrontiert wird. 

Diese kommen als heimatlose Vertriebene, Zwangsarbeiter und Waisenkinder auf die Bauernhöfe, stören schon durch ihre bloße Anwesenheit den Dorffrieden und werden deshalb nicht nur misstrauisch beäugt, sondern auch schlecht behandelt – und das nicht nur von den Erwachsenen sondern auch von deren Kindern. 

Und in Verbindung der traumatischen Ereignisse der Vergangenheit mit tiefliegenden Rivalitäten innerhalb der Dorfgemeinschaft, entsteht hier eine unheilvolle Melange, die sich nun Bahn bricht und ihre mörderischen Auswirkungen zeigt. 

Einen breiten Raum nimmt diesmal auch die persönliche Situation des Kommissars ein, der sich eher mit Privatem als dem Fall beschäftigt und deshalb seinem Kollegen mehr und mehr das Feld der Ermittlungen überlässt. 

Persönliche Meinung: 5***** (von 5 möglichen) 

Düster und beklemmend zeichnet Holtkötter das dörfliche Leben im Münsterland, das sich offenbar über die Jahre nicht sonderlich verändert hat. 

Das schlägt sich auch im Aufbau der Krimihandlung nieder, die sich eher langsam und gemächlich, aber sehr facettenreich entwickelt. Absolut passend zu dieser Geschichte, die nicht auf schnelle Action und Tempo ausgelegt ist, sondern von der Atmosphäre und ihren Figuren lebt.

DÜSTERMÜHLE ist als Taschenbuch (320 Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen.

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