Samstag, 7. Juli 2012

DER SCHWANZ DER SCHLANGE - Paduras Teniente Conde zieht sich zurück

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Ein außergewöhnlicher Mordfall führt Mario Conde in die geheimnisvolle Welt von Havannas Barrio Chino. Ein alter Chinese baumelt tot in seinem Kämmerchen, mit zwei in die Haut geritzten Pfeilen und einem abgeschnittenen kleinen Finger. 

Ein religiöser Ritualmord mit Santería-Hintergrund? Oder steckt doch eine interne Abrechnung dahinter? Da Teniente Conde seiner attraktiven chinesisch-stämmigen Kollegin, der unwiderstehlichen Patricia Chion, nichts abschlagen kann, kümmert er sich selbst um diesen Fall. (Verlagsinfo) 

Leonardo Padura dürfte den Lesern vor allem durch seinen Krimizyklus „Das Havanna-Quartett“ bekannt sein. In dessen vier Büchern ermittelt der Teniente Mario Conde in der kubanischen Hauptstadt und so auch in seinem neuesten Kriminalroman „Der Schwanz der Schlange“. 

Allerdings ist dies mit knapp 180 Seiten ein äußerst dünnes Büchlein, und das nicht nur, was den Umfang sondern auch die Qualität des Plots angeht. 

Ursprünglich als Reportage Ende der achtziger Jahre für eine Zeitschrift geschrieben, arbeitete Padura diese im Zehn-Jahre-Schritt erst zur Erzählung und dann zum Roman um (Info des Autors im Nachwort). 

Bei einem Besuch des Chinesenviertels wird für Conde, der mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist und als Antiquar seinen Lebensunterhalt verdient, die Vergangenheit wieder lebendig, und er geht mit seinen Gedanken zurück zu einem Fall aus dem Jahr 1989, in dem ein chinesischer Exilant auf mysteriöse Weise ums Leben kam. 

Persönliche Meinung: 3 (von 5 möglichen) 

Wenn ich nun von den mir bereits bekannten Krimis Paduras ausgehe, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich näher mit den Lebensumständen der Migranten in Kuba auseinanderzusetzen, denn gerade diesen Blick hinter die Kulissen des ‚real existierenden Sozialismus‘ fand ich immer sehr informativ und auch spannend. 

Hier nun streift er die Lebensumstände sowie das Thema Entwurzelung nur am Rande – nun sind Teniente Conde, ganz kubanischer Macho, der Rum und seine Frauengeschichten wichtiger. 

Die Krimihandlung an sich war leider auch nur mäßig interessant – von daher leider nur 3 Sterne.

DER SCHWANZ DER SCHLANGE ist gebunden (180 Seiten)  im Unionsverlag in einer Übersetzung von Hans-Joachim Hartsteib für 18,95 Euro erschienen.

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