Donnerstag, 14. Juni 2012

MISSION MUNROE (Hörbuch) - Superheldin, die eher in ein Comic oder einen Film passt

MISSION MUNROE
Autorin: Taylor Stevens
Verlag: Der Hörverlag
Auflage: Juni 2012
Sprecher: Thomas M. Meinhardt
ungekürzte Lesung
1 CD mit MP3-Dateien
Preis: 10,99 Euro

Krimi-Rezension: Dani Nimz


"Die neue sensationelle Thrillerserie, die ganz Amerika in Atem hält."

Ich spüre deine Angst. Ich weiß, wenn du lügst. Ich kenne deine Schwächen, und ich werde sie nutzen. Ich bin ein Chamäleon. Und ein Jäger. Ich spreche zweiundzwanzig Sprachen. Meine Aufträge führen mich in die gefährlichsten Regionen dieser Welt. 

Man zahlt mir ein Vermögen, damit ich Informationen aufspüre und manchmal auch Menschen. Mehr als einmal habe ich getötet – ungewöhnlich für eine Tochter von Missionaren, ich weiß. Ich töte, um zu überleben. Doch nun bin ich selbst zur Gejagten geworden. Mein Name ist Vanessa Munroe. Und dies ist meine Geschichte. (Verlags-Info)

Taylor Stevens Protagonistin Vanessa Munroe, gelegentlich genannt Michael, ist mehr als ein Multitalent. Sie kann alles, sie weiss alles, sie ist überall schon gewesen, sie kennt jeden, sie besiegt jeden. Und natürlich sieht sie klasse aus. Sowohl in Männer- als auch in Frauen- als auch ganz ohne Kleidung. Sie verfügt selbstverständlich auch über den obligatorischen verkorkste-Kindheit-Hintergrund. Einmal Baukasten rauf und runter. Fehlt nur noch das Superhelden-Cape. Wie ermüdend. 

Die Geschichte ist schnell erzählt. Munroes Job ist es, Informationen zu beschaffen. In diesem Fall über den Verbleib der seit Jahren verschwundenen Ölmilliardärstochter, zuletzt gesehen auf dem afrikanischen Kontinent. Und so schlägt sich Munroe mit Hilfe des ihr zur Seite gestellten Leibwächters durch ein nicht wirklich unspannendes, aber doch sehr klischeebehaftetes afrikanisches Abenteuer. 

Mir war das alles zu laut, zu schrill, zu schablonenhaft, zu oberflächlich, zu grob gerastert. Ich hab mich gefühlt wie in einem Angelina-Jolie/Grüner-Diamant/Indiana-Jones-Film. Dafür wäre dieser Roman absolut geeignet. Die Bilderflut würde das Fehlen von Inhalt sicher mehr als wettmachen. 

Ich könnte mir diese Geschichte auch sehr gut als Graphic Novel vorstellen. Für einen Kriminalroman oder Thriller jedoch - gehört oder gelesen - fehlt mir da die Substanz. Wäre interessant zu wissen, wie die Platzierung in den Amerikanischen Listen tatsächlich gewesen ist. Hat sie wirklich ganz Amerika in Atem gehalten oder hat da nur ein Werbetexter einen guten Job gemacht? 

Mein Fazit: Die Umsetzung in einem anderen Medium mag der Geschichte gut tun, als Buch bzw. Hörbuch überzeugt sie mich trotz guten Ausgangsmaterials nicht.

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