Montag, 7. Mai 2012

RABENTOT - Im Geiste Edgar Allan Poes spuken und ermitteln


Krimi-Rezension von Tanja Werner

„Sprach der Rabe: Stirb!“ 

New York: Ein Serienmörder hinterlässt bei seinen Opfern eine mysteriöse Botschaft. Genevieve O Brien ist besorgt: Hat er es auf die Mitglieder der Edgar-Allan-Poe-Gesellschaft abgesehen, die sich "Raben" nennen? Dann wäre auch ihre Mutter in höchster Gefahr. Genevieve engagiert den smarten Privatdetektiv Joe Connolly, ohne sich einzugestehen, dass sie noch etwas anderes von ihm will ... 

Gemeinsam jagen sie den skrupellosen Killer, nicht ahnend, dass er jeden ihrer Schritte beobachtet. Da bekommt Joe auf einmal schreckliche Albträume und Hilfe von völlig unerwarteter Seite. (Verlags-Info)

Die hier vorliegende Mordserie bewegt sich auf sehr großem Fuß, stellt der Mörder doch die Geschichten eines ganz Großen der kriminellen Literaturgeschichte nach. Denn kein Minderer als Egar Allan Poe liefert die Vorlage zu den tödlichen Inszenierungen, die Gen und Joe, aber auch die New Yorker Polizei in Atem hält. 

Ein Verwirrspiel, so ausgeklügelt, dass mit dem Leser auch alle Ermittler, Private und Offizielle sowie die örtliche Geisterwelt aufgeschreckt an der Lösung des Falles beteiligt werden.

Dabei gelingt es der Autorin Heather Graham in meinen Augen aber leider nicht, den schwierigen Spagat überzeugend zu bewältigen, der für Romane so wichtig ist, die die Normale mit einer Parallelwelt kombinieren. 

Persönliche Meinung: 
3*** (von 5 möglichen) 

RABENTOT konnte meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllen. Seichte Krimiunterhaltung kombiniert mit einer mäßig erotischen Liebesgeschichte und dazu ein wenig Zwischenwelt. 

Alles eingepackt in die Welt der reichen und schönen New Yorker, die vor lauter Wohlstand nichts Wichtigeres zu tun haben, als sich in Wohltätigkeitsveranstaltungen zu stürzen oder eben eine schaurige Poe-Gesellschat zu gründen. 

Für meinen Geschmack irgendwie von allem etwas zu wenig. Hinzu kommt noch, dass die Geister hier einfach viel zu ernst genommen werden. Der Gänsehaut-Effekt verpufft, weil die Szenen sehr vorhersehbar sind und zumindest mich nicht wirklich angesprochen haben. Denn wenn man spukende Helferlein aus der Zwischenwelt zu Rate ziehen kann, wird die Lösung des Falles plötzlich recht einfach. 

Insgesamt zwar eine gute Idee für einen Krimi, durch den Hauch wilder Romantik und eingestanzter Zwischenwelt aber leider unglaubwürdig umgesetzt. Spuken und ermitteln kann man besser. Daher mein Fazit: lesenswert, aber kein echtes Highlight.

RABENTOT ist als MIRA Taschenbuch (Seiten) im Cora Verlag in einer Übersetzung von Carla Altenkirch für 8,99 Euro erschienen.

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