Samstag, 12. Mai 2012

EIN LETZTER JOB - Adrian McKinty braucht nicht viele Worte, um bildhaft zu beschreiben

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Killian ist ein Spezialist darin, Menschen zu finden, die nicht gefunden werden wollen. Richard Coulter, Besitzer einer Fluglinie mit Beziehungen zu den höchsten Kreisen Irlands, bietet ihm eine halbe Million Pfund, wenn er seine Exfrau Rachel und die beiden Töchter zurückbringt. 

Killian wittert den Job seines Lebens, doch er stellt bald fest, dass er nicht der erste ist, der sich an Rachel die Zähne ausbeißt. Als er merkt, dass ein russischer Killer auf ihn angesetzt wurde, und ihm klar wird, dass es um mehr als eine Familienangelegenheit geht, muss Killian sich entscheiden, auf wessen Seite er steht. (Verlagsinfo)

Adrian McKinty gelingt es, aus der nicht sehr originellen und schon häufig von anderen Autoren verwendeten "Jäger wird zum Gejagten"-Ausgangssituation einen Thriller zu entwickeln, der den Leser dennoch fesselt.

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen)

Zwar ist die Handlung meiner Meinung nach nicht sonderlich originell und teilweise auch recht klischeehaft, aber trotzdem punktet der Autor bei mir durch seine Erzählweise: McKinty schreibt ohne Schnörkel und sehr direkt, da gibt es kein endloses Drumherumgerede mit ausschweifenden Schilderungen. 

Er verzichtet weitgehend auf seitenfüllende Adjektive und vertraut auf seine Fähigkeit, durch die Verwendung von Dialogen seinen Personen Leben einzuhauchen und die Handlung voranzutreiben. Und sehr oft genügen ihm auch bereits wenige Worte, um eine Situation oder eine Empfindung zu beschreiben.

Sehr gut gefallen haben mir auch die höchst interessanten Hintergrundinformationen zu der in Irland umherziehenden, diskriminierten Volksgruppe der Pavee (oder auch Tinker genannt), zu denen McKintys Hauptfigur Killian gehört und, wie könnte es anders sein, die Bezüge zur politischen Situation in Nordirland, die der Autor immer wieder herstellt.

EIN LETZTER JOB ist als Taschenbuch bei Suhrkamp (397 Seiten) in einer Übersetzung Peter Torberg von für 14,99 Euro erschienen.

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