Dienstag, 1. Mai 2012

EIN FEINER DUNKLER RISS - Liebenswerte Charaktere, dunkle Geheimnisse & eine Zeitreise

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Bis vor kurzem glaubte der dreizehnjährige Stanley noch an den Weihnachtsmann. Im Laufe eines einzigen heißen Sommers erfährt er jedoch mehr über die wirkliche Welt jenseits seiner Superheldencomics und des elterlichen Autokinos, als ihm lieb ist….

Und dann gibt es da noch die faszinierenden alten Geschichten um ein Spukhaus auf dem Hügel, einen kopflosen Geist am Bahndamm und zwei in ein und derselben Nacht ermordete Mädchen. (Verlagsinfo)

Bei der Lektüre des Buches habe ich mich wiederholt an den Film "Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers" erinnert gefühlt, zu dem Stephen King die literarische Vorlage geliefert hat, denn die Ausgangssituation ist ähnlich. 

Joe R. Lansdale beschreibt aus der Sicht des dreizehnjährigen Stanley Mitchell dessen Erlebnisse des Sommers im Jahre 1958, in dem sich sein Protagonist an der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. Für ihn wird es eine erlebnisreiche Zeit sein, in der er zum einen seine naive Sicht auf die Welt verliert und zum anderen in mysteriöse Ereignisse verwickelt wird.

Persönliche Meinung: 5 ***** (von 5 möglichen)

Lansdale kann schreiben, und er schafft es mit wenigen Sätzen, dass man bereits nach einigen Seiten das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Handlungsort ist das texanische Kleinstädtchen Dewmont am Ende der fünfziger Jahre. 

Allerdings ist auch dort die Welt nicht heil, und Stanley wird in seinem näheren Umfeld mit häuslicher Gewalt, Alkoholmissbrauch und dem alltäglichen Rassismus konfrontiert. 

Und dann findet er auch noch bei einem seiner Streifzüge dieses Kästchen mit den Liebesbriefen, woraufhin eine spannende Geschichte ihren Lauf nimmt und die eigentliche Krimihandlung einsetzt.

Liebenswerte Charaktere, dunkle Geheimnisse, eine interessante Zeitreise und sehr spannend erzählte Geschichte – meiner Meinung nach hat der Autor alles richtig gemacht.

EIN FEINER DUNKLER RISS ist broschiert (276 Seiten) im Golkonda Verlag in einer Übersetzung von Heide Franck für 16,90 Euro erschienen. 

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