Dienstag, 22. Mai 2012

DER WALD WIRFT SCHWARZE SCHATTEN - Von Liebe & Verrat, von Schuld & Sühne

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Ein Verbrechen hat sich ereignet. In einer Hütte, tief im dichten Wald der Hedmark. Eine ganze Familie wird auseinandergerissen. Jahrzehnte später ruft die alte Matriarchin Evelyn alle wieder zusammen. Vor ihrem Tod, an ihrem fünfundachtzigsten Geburtstag, müsse sie ihnen unbedingt etwas Wichtiges mitteilen.

Mit unguten Vorahnungen reist Wilhelm aus den USA an. Seit mehr als dreißig Jahren hat er seine Mutter nicht mehr gesehen. Auch der Schauspieler Robert erhält von der merkwürdigen alten Dame eine Einladung, zusammen mit einer rätselhaften Karte und einem Schlüssel.
 (Verlagsinfo)

Langsam, aber gewaltig, so kann man am besten beschreiben, wie sich diese Geschichte von Kari Braenne entwickelt. Eine Liebe, die verraten wird, Lug und Trug, Schuld und Sühne, tiefe Verletzungen – die klassischen Themen der großen Romane. Von daher würde ich dieses Buch auch nicht unbedingt der Gattung Kriminalroman zuordnen.

Es gibt zwar Mysterien und Geheimnisse zu entlarven, die aus der Vergangenheit bis in die Gegenwart wirken, aber sowohl der Erzählstil der norwegischen Autorin als auch ihre doch eher ungewöhnlichen Figuren sind untypisch, selbst für einen skandinavischen Krimi.

Persönliche Meinung: 5****** (von 5 möglichen)
(als Roman, nicht als Krimi)

Evelyn, Wilhelm und Robert sind sperrige, nicht sonderlich liebenswerte Protagonisten, und Braenne lässt sie abwechselnd in relativ kurzen Kapiteln ihre Geschichte erzählen.

Zu Beginn werden viele Ereignisse nur angedeutet und schaffen so mehr Verwirrung als Klarheit, aber mit fortschreitender Handlung komplettiert sich das Bild und die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich als Leser bis zu dem überraschenden und nicht vorhersehbaren Ende kaum entziehen kann.

DER WALD WIRFT SCHWARZE SCHATTEN ist broschiert (352 Seiten) bei Rowohlt Polaris in einer Übersetzung von Anne Bubenzer und Dagmar Lendt für 14,95 Euro erschienen.

1 Kommentar:

  1. Tatsächlich sorgt die Autorin mit dem Roman beim Leser für reichlich Verwirrung. Es vermischen sich Erinnerungen und Wirklichkeit, vieles wird nur angedeutet und man muss es sich zusammenreimen.

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