Donnerstag, 17. Mai 2012

DAS LETZTE GELEIT - Ein sympathischer Bestatter als Ermittler

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Eine Leiche ist für Theo Matthies nichts Besonderes – immerhin ist er Bestatter. Doch der Tod der alten Anna, die erfroren am Elbstrand lag, weckt sein Misstrauen. Als die Polizei den Fall abschließt, ermittelt der studierte Mediziner selbst. Dabei stößt er auf ein schreckliches Verbrechen, das im Zweiten Weltkrieg geschah – und auf einen Mörder, der offiziell seit Jahrzehnten tot ist. (Verlagsinfo)

Der Erstling von Christiane Fux hebt sich schon allein deshalb aus der Masse der Neuerscheinungen ab, weil ihr Protagonist Theo kein Kommissar, sondern ein Bestatter ist. Und nein, er ist kein Sonderling, sondern ein ausgesprochen sympathischer Zeitgenosse, der den Leser im Laufe des Buches auch mit den Besonderheiten und Riten seiner Profession vertraut macht.

Die Krimihandlung spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, nämlich am Ende des Zweiten Weltkrieges und Ende 2008/Anfang 2009. Im Buch wird das durch unterschiedliche Schrifttypen kenntlich gemacht, was es dem Leser erleichtert, die Ereignisse den entsprechenden Zeiträumen zuzuordnen.

Persönliche Meinung: 4,5 Sterne (von 5 möglichen)

Im Laufe der Geschichte kristallisiert es sich heraus, dass das zugrunde liegende Thema Psychiatrie und Euthanasie im Dritten Reich ist. 

Und diese beiden höchst sensiblen Themen hat die Autorin mit sehr viel Fein- und jeder Menge Fingerspitzengefühl behandelt und in eine spannende Krimihandlung verpackt. So verzeiht man ihr auch die eine oder andere kleine Länge zwischendurch.

Anm. KK: In Anbetracht der vielen toten Vögel auf Krimi-Covern in letzter Zeit, ist die tote Motte an gleicher Stelle auf diesem Cover geradezu amüsant.

DAS LETZTE GELEIT ist als Taschenbuch (304 Seiten) bei PIPER für 9,99 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.