Dienstag, 7. Februar 2012

SÜNDENZEIT - Eine Schatzsuche, eine Prise Hitchcock & viel Romantik

Krimi-Rezension von Dani Nimz

An einem kalten Dezembertag nimmt Eddie Ray im Hafen von Newport, Rhode Island, einen seltsamen Passagier an Bord der Sea Maiden - und wird danach nie wieder gesehen. Zach Flynn soll im Auftrag des reichen alten Sean O'Riley herausfinden, was mit seinem Geschäftspartner geschehen ist. 

Doch dessen Familie macht es Zach nicht leicht. Da wären zum einen die Streitigkeiten zwischen O'Rileys blutjunger Frau und seiner paranoiden Tochter. Zum anderen die exzentrische Tante, die in der Dachwohnung lebt und behauptet, im Haus würde eine Todesfee wohnen. 

Einzig die schüchterne, irische Krankenschwester Caer versucht alles, um Zach bei seinen Recherchen zu helfen. Doch irgendwie wird er das Gefühl nicht los, dass sie auch etwas zu verbergen hat. Gerade als Caer ihm gestehen will, wer sie wirklich ist, kündigen die Raben einen neuen Tod an. (Verlags-Info)

Bei SÜNDENZEIT handelt es sich um den dritten Teil einer Trilogie um die Brüder Flynn, angesiedelt in einem irisch-amerikanischen Umfeld. Sehr irisch. Ich glaube, nicht einmal in Irland gibt es eine solche Anhäufung typisch irischer Namen. Und eine Prise Hitchcock bekommen wir noch obendrauf mit einer wahren Invasion von Vögeln und einer Figur namens Marni. Die Autorin  Heather Graham traut sich was. 

SÜNDENZEIT erzählt von einer Schatzsuche. Vor hunderten von Jahren haben laut alter Familienlegenden die „wagemutigen Revolutionäre von Rhode Island“ vor der Küste ihre Schätze versenkt. Eddie und Sean verbringen schon ihr Leben lang ihre Freizeit damit, diesen nachzuspüren. 

Wie Eddie zu Tode kommt, erfahren wir gleich zu Beginn, als er mit einem mysteriösen Passagier aufs Meer fährt und dann sterbend im Meer versinkt. Nach Eddies Verschwinden entwickelt sich ein turbulentes Familienchaos inklusive Herz, Schmerz und sogar Geisterwesen.

Wer am Ende hinter dieser Tat steckt, was es mit der Lebensgefahr für Sean auf sich hat, warum er geschützt werden muss, wer mit wem zusammenarbeitet, das alles ist richtig clever eingefädelt und einer Referenz an "den Meister" (Hitchcock) würdig. 

Persönliche Meinung: 4**** (von 5 möglichen) 

Nur der "Liebesschmalz" und das Übernatürliche – hier besonders das Ende - haben mich etwas gestört. Ohne das  hätte ich SÜNDENZEIT wirklich ganz hervorragend gefunden, denn die Story ist interessant und gut durchdacht. Die Geschichte wäre zügig und ohne Umwege erzählt gewesen und hätte das Potential zu einem richtig spannenden Krimi gehabt. 

Gelungen fand ich hingegen die Landschaftsbeschreibungen von der Küste und dem Meer, die Stimmung ist gut eingefangen worden, ich WAR mit Eddie auf dem Boot. Auch habe ich fast das grüne Gras Irlands spüren können. Die Story ist wirklich gut, die Umsetzung leider etwas zu "romantisch".

SÜNDENZEIT ist als MIRA-Taschenbuch (380 Seiten) im Cora Verlag in einer Übersetzung von Constanze Suhr von für 8,99 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.