Montag, 2. Januar 2012

DAS ZINGULUM - Auf der Tonspur des Todes

Krimi-Rezension von Tanja Werner

In Landstein, einem idyllischen Tiroler Städtchen, ist's vorbei mit der Beschaulichkeit einer Kleinstadt, als zwischen Ostern und den Raunächten des Jahres 2009 vier Frauen spurlos verschwinden. Ihre Leichen werden - allesamt mit kahlgeschorenen Köpfen - Wochen später an symbolischen Orten aufgefunden. 

Ein kniffiger Fall für Matteo Steininger, den Landsteiner Kriminalinspektor alter Prägung, der seinen Papierkram vorzugsweise auf einer klapprigen Reiseschreibmaschine im Biergarten eines Wirtshauses erledigt. Mit seiner kleinen, ambitionierten Truppe ermittelt er gegen mehrere Verdächtige und stößt dabei an seine persönlichen Grenzen. (Buch-Info)

"Das Zingulum“ ist Dietmar Wachters zweiter Fall mit Inspektor Matteo Steininger und der Krimi ist wirklich sehr gut gelungen. 

Flüssige und spannende Krimiunterhaltung mit einem außergewöhnlichen Thema: Jonathan Steiner ist ein Außenseiter in dem idyllischen Tiroler Städtchen Landstein. Seit frühster Jugend ist er mit seinem Aufnahme-Recorder unterwegs um die Geräusche der Welt auf Band zu bannen.

Spätestens ab seiner Pubertät steht er dabei gerade dem Sexualleben der Landsteiner durchaus aufgeschlossen gegenüber und entdeckt die Lasterhaftigkeit der Damenwelt. In seinen Augen herrschen Sodom und Gomorra in seiner Heimatstadt.

In seinem Entsetzen darüber, macht er bei seinen akustischen Streifzügen irgendwann vor gar nichts mehr halt. Besessen von den Tönen des Lebens entwickelt er sich dann zu einem Monster auf der Tonspur des Todes. 

Matteo Steininger ermittelt in seiner für ihn typischen, etwas skurrilen aber auch gelassenen Art. Gern inspiriert von einem guten Wein oder einem kühlen Bier lässt er sich niemals aus der Ruhe bringen. Obwohl ihn die Landsteiner aufgrund der ungeklärten Mordserie an rothaarigen Frauen immer mehr anfeinden und auch sein Chef ihn gehörig unter Druck setzt, behält er den Überblick und lässt sich nicht von Trittbrettfahrern und voreilig präsentierten falschen Tätern aus dem Konzept bringen.

Persönliche Meinung: 4 Sterne (von 5 möglichen)

Persönlich finde ich das Thema grandios gewählt und sprachlich hervorragend umgesetzt. Fesselnd und spannend über 278 Seiten hinweg.

Ein klein wenig fehlt mir bei Dietmar Wachter die Empathie mit den Opfern und dem Täter. Der Roman wirkt manchmal einen Hauch zu sachlich. Das kann jedoch am Beruf des Autors liegen, der selbst im Kriminaldienst tätig ist.

Sehr gute Unterhaltung – für rothaarige Frauen mit Gänsehaut- und Albtraumgarantie.

DAS ZINGULUM ist als Taschenbuch (250 Seiten) im Berenkamp Verlag für 12,50 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.