Dienstag, 24. Januar 2012

CODE 1658 - Streckenweise verwirrend & unglaubwürdig

Krimi-Rezension von Dagmar Werner

Sie werden gerädert, enthauptet, geteert und gefedert. Eine Serie brutaler, fast mittelalterlich anmutender Morde sucht Schweden heim. Zugleich steuert ein atomar hoch gerüstetes Schiff auf die Schären vor Stockholm zu. (Verlags-Info)

„Extrem spannend und mit hoch explosivem Hintergrund“ Svenska Dagladet

Diesen  "extrem spannenden" Thriller habe ich leider in diesem Buch nicht finden können. 

Eine mysteriöse Vereinigung mit einer archaisch anmutenden Struktur, die brutale Morde an hochgestellten Persönlichkeiten verübt, bekommt erst ganz zum Schluss des Buches ihren Kurzauftritt. Dass es um "gefährliche Machenschaften internationaler Terroristen" gehen soll, stellt  sich auch als falsche Fährte heraus.

Niklas Ekdal will es nicht so recht gelingen, seine Geschichte packend in Fahrt zu bringen. Es dauert viel zu lange, bis dem Leser die Zusammenhänge deutlich werden und dann ist das Ende des Buches auch schon da. Die vielen verschiedenen Erzählstränge zu einer schlüssigen Geschichte zusammenzufügen misslingt leider. 

In die Handlung verwobene schreckliche Ereignisse wie die Ermordung von Olof Palme, der Untergang der Estonia oder der schreckliche Tsunami in Südostasien wirken nie so ganz glaubhaft und verwirren den Leser noch mehr. 

Hinzu kommen historische Elemente der schwedischen Geschichte, die dem deutschen Leser kaum geläufig sind und vollends Verwirrung stiften. 

Auch die die Hauptfiguren in "Code 1658" können nicht überzeugen: 
Da ist zum einen Felix Martini, der gerade eben seinen Lebensgefährten auf fürchterliche Weise verloren hat, aber bis zum Schluss des Buches nie die Fassung verliert während er darum kämpft, seine Unschuld zu beweisen und den wahren Mörder zu finden. 

Zum anderen die Polizistin Johanna Trott. Auch sie wirkt  in ihrem Handeln nicht glaubwürdig. Ob in ihrer mehr als zerrütteten Ehe oder bei ihrer beruflichen Tätigkeit, man kann diese Handlungen und Denkweisen dieser Frau nicht nachvollziehen. 

Vieles wird nicht schlüssig erklärt, man fragt sich z.B. warum die Nachbarin von Felix Martini, Sara Widman unbedingt helfen möchte und sich dem ganzen Terror freiwillig aussetzt. 

„Code 1658" kann zwar streckenweise durch eine spannende Handlung punkten, jedoch wird der Leser nie vollends hineingezogen in die Geschehnisse dieses Thrillers und immer wieder ausgebremst, weil die Story und ihre Protagonisten insgesamt einfach zu verwirrend und unglaubwürdig sind. Was gerade am Ende des Buches auffällig wird.

CODE 1658 ist als Taschenbuch (448 Seiten) im Verlag PIPER in einer Übersetzung von Susanne Dahlmann für 9,95 erschienen.

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