Montag, 26. Dezember 2011

DER LÖWE - Action-Film im Buchformat

Krimi-Rezension von Elke Heid-Paulus

Antiterror-Agent John Corey ist ein abgebrühter Typ. Als er jedoch mit ansehen muss, wie sein Erzfeind das Leben seiner Frau Kate bedroht, verliert selbst er die Beherrschung. 

Drei Jahre zuvor hatte Corey seinem Widersacher das Handwerk gelegt, doch auf dessen aktuellen Rachefeldzug ist er nicht vorbereitet. Wieder zieht der "Löwe" eine blutige Spur durch New York, und wieder ist er Corey stets einen Schritt voraus. Es steht ein Anschlag bevor, der selbst den 11. September in den Schatten zu stellen droht.  

Doch Corey schläft nicht und organisiert seine ganz persönliche "Löwenjagd". Beide Männer suchen den finalen Zweikampf - sie wissen, dass am Ende nur einer überleben wird. (Verlagsinfo)

Wer einen Actionfilm im Buchformat lesen möchte, kann zu dem fünften Band aus der John Corey Reihe "Der Löwe" greifen.

Der Autor vermittelt jedoch ein recht eindimensionales Weltbild, das stark amerikanisch rechtskonservativ und von Vorurteilen geprägt ist, denn aus der Sicht seines Protagonisten Corey sind alle Araber Schurken, fanatische Islamisten und potentielle Attentäter. 

DeMille lässt seine Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählen und sich entwickeln: John Corey agiert als Ich-Erzähler, spricht den Leser somit direkt an und lässt ihn an seinen Gedanken und Emotionen teilhaben. 

Asad Khalils Sicht der Dinge wird cool und emotionslos aus der Distanz der dritten Person geschildert, aber eigentlich macht das keinen großen Unterschied, denn beide Figuren sind lediglich klischeehafte Abziehbilder für das Gute und Böse aus amerikanischer Sicht.

Persönliche Meinung: 3 *** (von 5 möglichen)

DeMille schreibt zwar flüssig, aber sehr, sehr ausschweifend, so dass immer wieder Längen entstehen und das Tempo aus der Handlung genommen wird. Dann wiederum wird blutige Gewalt regelrecht a tempo zelebriert und im Detail geschildert, offenbar um den Leser zu schockieren und ihm die Grausamkeit des arabischen Gegners zu demonstrieren.

Mir war die gesamte Geschichte zu dünn und zu klischeehaft, sonderlich spannend fand ich es auch nicht, dafür war der Plot zu durchsichtig.

DER LÖWE ist gebunden (504 Seiten) im Verlag Hoffmann & Campe in einer Übersetzung von Georg Schmidt für 22,99 Euro erschienen.

Kommentare:

  1. "...aus der Sicht seines Protagonisten Corey sind alle Araber Schurken, fanatische Islamisten und potentielle Attentäter..."

    Da muss man auch mal den Mut haben keinen Stern zu vergeben.

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  2. "Einen Protagonisten eindimensional oder rassistisch anzulegen ist nicht von Haus aus verwerflich, es kann im Kontext ein sinnvolles Stilmittel sein und zur Darstellung gängiger oder versteckter Vorurteile dienen. Leider glückt es mal mehr und mal weniger."

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  3. Man sollte schon darauf achten, dass man die Vorurteile nicht zhu sehr in den Vordergrund stellt! Ertappe mich auch immer wieder dabei und so kommt es dann auch beispielsweise zu Hass gegen Fremde. Und was bringt das gar nichts!

    Gruß Jakob

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  4. Ja ok, das sehe ich ein. Protagonisten müssen nicht immer Gutmenschen oder Sympathieträger sein. Und wenn der Inhalt nicht dazu dient Vorurteile beim Leser zu manifestieren ist das ja vollkommen in Ordnung.

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