Montag, 27. Juni 2011

SOCIALMEDIA für Autoren? Blödsinn, völliger Schrott - Erkentnisse eines Unbekannten

Gastbeitrag von Anonymus
(VORSICHT Satire)

Also, ich bin Autor. Schreibe Krimis. Mein Name ist unwichtig, ich stehe für viele meines Berufes. Sie werden mich nicht kennen. Na ja, der Markt ist groß, haben Sie eine Ahnung wie viele Kriminalromane jedes Jahr frisch auf die Büchertische kommen?

Ist nicht leicht, was zu verkaufen. Da habe ich es halt versucht. Sie wissen schon: "Socialmedia". Muss man heute wohl haben. Und vor allem kostet nichts. Ich halte von Facebook ehrlicherweise ja überhaupt nichts. Man kennt das: Datenschutz, Privatsphäre, Spiele-Mania. Aber was will man machen, so eine Autorenseite ist halt inzwischen Standard.

Ging überraschend leicht. Bei Twitter angemeldet und mal einen Test-Tweet (so heißt das da) gestartet: "T E S T " waren noch 133 Zeichen übrig. Was soll's, raus damit. Flieg Vogel, flieg. Umrunde die Welt.

Was soll ich sagen, schon hatte ich den ersten Follower (das ist ein legaler Stalker, den alles interessiert, was man so schreibt). Habe dann direkt mal den Amazon-Link auf mein Buch hinterhergejagt. Und weg.

Bei Facebook muss man mehr Zeit investieren. Ist bekannt. Bild einstellen, Info ausfüllen. Das war fürs Privat-Profil "Killer-Klaus". Dann Autorenseite "Main-Crime" (ich schreibe Frankfurt-Krimis) anlegen. Mann, war das Arbeit. Soll ich eine Mail angeben? Besser nicht. Nachher muss ich 1000 Mails beantworten.

Und dann die ersten Posts (das sind Tweets bei Facebook). Habe mal gleich alle Veranstaltungen rausgehauen. Lesungen in Essen, Düsseldorf, Bonn, Köln. Schick. Sieht sehr gut aus.

Dann Familie und Freunde informiert. Super. 34 Fans am ersten Tag.

Inzwischen habe ich auch die anderen vom Autorenstammtisch hier gefunden. Wir haben uns über Facebook dann für den nächsten Ausflug verabredet. Ist schon eine Vereinfachung. Schnell mal hin- und hergepostet.

Die Bloody-Mary-Alexa stellt da diese genialen Videos aus Youtube ein. Eines komischer als das andere. Mensch, was sind manche Menschen blöd. Und lassen sich dabei auch noch filmen.

Inzwischen habe ich mal meinen Verkaufsrang bei Amazon gecheckt. Ich meine, ich mache dieses Socialmedia-Ding ja nicht für mich. Da soll ja was bei rumkommen.

Mist. Gefallen. Na ja. Abwarten. Dauert sicher etwas.

Was bei Facebook richtig lästig ist: Da können auch andere was an Deine Pinwand schreiben. Der Typ, der meinte das Ende meines Krimis wäre unrealistisch, den habe ich sofort gelöscht und blockiert. Das geht. Dabei habe ich entdeckt, dass man die Wand für andere schließen kann. Schluss mit dummen Fragen und Kommentaren. Jetzt ist alles dicht. Für so einen Quatsch habe ich auch keine Zeit.

Könnte mal wieder was twittern. Horst vom Autorenstammtisch hat mir eine Super-Rezi (so heißen Rezensionen unter Fachleuten) geschieben. Klar. 5 Sterne. Sonst hätte er seinen nächsten Krimi auch vergessen können, da hätte ich ihm auch nur 2 Sterne bei Amazon gegeben.  

Habe entdeckt, dass man die Tweets automatisch zu Facebook hochladen kann. Tolle Sache. Einmal schreiben, zweimal veröffentlichen. Den Link zu Horsts Rezi also sofort getwittert. 111 Zeichen Rest. Optisch nicht so toll, aber die Info kommt rüber.

Amazon-Ranking gecheckt. Verstehe das gar nicht. Jetzt mache ich schon Socialmedia und da fällt der.  Kann doch gar nicht sein.

Auf Facebook mal ein paar meiner Buch-Cover eingestellt. Mit Preisangabe und Amazon-Link. Muss ja alles ordentlich sein, wenn einer kaufen will.

32 Fans. Wenn ich die erwische! Ich mach mir die ganze Mühe und da hauen auch noch zwei ab.

Na was soll ich sagen? Ich habe das noch 6 Monate getestet. Ergebnis: Dieser ganze Socialmedia-Mist bringt es nicht. Ich hatte es ja geahnt. Die Kollegen -und davon verkaufen einige ihre Krimis richtig gut- die hängen auch nicht mehr auf Facebook rum. Hat sich inzwischen rumgesprochen, die erfolgreichen Autoren machen überhaupt kein Socialmedia und bei unsereins da bringt es halt nichts.

Wir lassen jetzt Handzettel drucken. Supersache.

(Anmerkung KK: Wenn Sie Autor sind und in diesem Bericht nicht mindestens 16 !) Social-Media-Fehler entdecken oder Sie sich hier wiedererkennen, Socialmedia aber mit mehr Erfolg betreiben möchten, dann sehen Sie sich doch mal unseren Facebook-Autoren Service HIER an. Wir wären Ihnen gerne behilflich, erfolgreicher auf Facebook zu sein.)

7 Kommentare:

  1. Guten Tag,

    vielen Dank für diesen amüsanten Erfahrungsbericht. Ich persönlich halte "social media" auch für zu zeitaufwendig und bin weder bei Facebook noch bei Twitter registriert. Da schreibe ich doch lieber Geschichten als "Tweets".

    Viele Grüße

    Juergen Edelmayer

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  2. Lieber Herr Edelmayer,

    das ist ein Missverständnis. Bitte beachten Sie, dass unter dem Artikel VORSICHT SATIRE steht.

    Ausnahmsweise teilen wir Ihre Meinung nicht.

    Socialmedia ist ein sehr sinnvolles Instrument für Autoren. Man kann sehr wirkungsvolle Erfolge erzielen.

    Aber man sollte besser keine Socialmedia betreiben, wenn man es wie unser Anonymus tut.

    Liebe Grüße
    Petra Weber
    KrimiKiosk

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  3. Guten Tag,

    na, da bin ich ja schön reingefallen. Anscheinend Opfer meiner Voreingenommenheit geworden, die ich, was facebook und twitter angeht, bis auf weiteres beibehalten werde. Da kann ich ganz schön stur sein.

    Viele Grüße

    Juergen Edelmayer

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  4. Lieber Herr Edelmayer,

    man kann Socialmedia machen, aber man muss nicht ;-)

    Jeder Autor sollte für sich herausfinden, was ihm liegt. Doch wenn man weiß, dass man sich bei Facebook & Co. nicht wohlfühlt (und dafür gibt es sehr gute Gründe), bringt es tatsächlich auch keinen Erfolg, und dann ist es wirklich sinnvoller, lieber nichts zu machen, und die Zeit fürs Schreiben guter Geschichten zu verwende, statt diesen halbherzigen Unfug, den Anonymus (und er ist da nicht alleine) da veranstaltete.

    Sollten Sie Ihre Meinung je ändern, wäre es uns ein Vergnügen, Ihnen beim Einstieg zu helfen. :-)

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  5. Guten Tag,
    :-)) ja, eine schöne Satire!
    Genau, derart halbherzig, überempfindlich und egozentriert bringt das natürlich nichts. Ansonsten möglicherweise auch nicht überragend viel- jedenfalls nicht sofort und auch nicht unabhängig von der angebotenen Qualität...!
    Offenheit, Interesse für andere Menschen, Originalität und Fleiß können aber einiges bewirken - und dann kann man auch immer mal Infos z.B. auf websites wie meine
    http://www.omniavincitamor.de/
    -Seite einfließen lassen... :-))
    MfG
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    aka
    BukTom Bloch
    -Freie Bibliothek Pegasus in SL-

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  6. Dabei fällt mir ein, dass ich zum Thema Spam in seinen vielfältigen Varianten auch noch etwas schreiben müsste...

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  7. Hallo,
    ich schätze Social Media als Autorin, da mir der Austausch mit den Lesern gefällt. Falls dadurch auch noch das eine oder andere Buch mehr verkauft wird, umso schöner.
    Schreiben, um davon zu erzählen ;-)

    www.facebook.com/die.verschwiegene.epidemie

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