Donnerstag, 10. Februar 2011

KILLER, KÖTER, KLEINSTADTPATEN - Kurz-Krimisammlung


Krimi-Rezension von Melanie Richter

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Böse liegt so nah?

Unter diesem Motto haben sich acht Krimiautorinnen und –autoren in ihren Heimatstädten auf die Suche nach dem Verbrechen gegeben.

Dabei stößt man als Leser z.B. auf Ermittler die eine Frau suchen sollen, weil sie sich mit dem Geld ihres Freundes abgesetzt hat, Hundekidnapper, eine Leiche im Badesee, eine Büroangestellte die selber Krimis schreibt und Ungereimtheiten in der Firma auf die Schliche kommt, Kleinstadtpaten und Staatsanwälten, die über Leichen gehen und noch vieles mehr.

Anscheinend gibt es das Verbrechen überall, welches von gar nicht netten Menschen aus der Nachbarschaft verübt wird.

Die Tatorte sind dabei Berlin, Flensburg, Frankfurt am Main, Klagenfurt, Ludwigshafen, München, Wien und Ginsberg, ein fiktives Dorf, das sich überall in Mittelhessen befinden könnte. Die Geschichten könnten aber alle auch in anderen Orten stattfinden, da hier ein Lokalcharakter nicht wirklich auszumachen ist, sondern nur oberflächlich erkennen lässt, wo die Handlungen stattfinden.

Mit Kurzgeschichten im "SEK Mordlust" vertreten sind:
Andreas Zwengel: Zum Sterben schön und leider tödlich
Dorothea Böhme: Stardust
Stefan Cernohuby: Rauch und Feuer
Wolfgang Schroeder: Doggybag
Valentina Berger: Tod am Badesee
Andreas Flögel: Vermasselt
Ingeborg Boisen: Recherche hautnah
Torsten Scheib: Trophäensammler

Alle Kriminalfälle sind in ihrem Ablauf gut strukturiert, nachvollziehbar und auch recht kurz gehalten, da sie jeweils 20 Seiten umfassen.  Jeder einzelne Autor hat einen unverschnörkelten Schreibstil und schafft es mal mehr, mal weniger, aber immer mit mind. einer
 Wendung, jeweils seinem Fall Tempo und/oder Spannung zu verleihen.

Trotz des Titels und des Genres, wird hier der Schwerpunkt aber nicht auf blutige oder mörderische Beschreibungen gelegt, sondern vielmehr auf die Situationen und die einzelnen Charaktere, wobei Ironie und Humor nicht zu kurz kommen. Am Ende eines manchen Kurz-Krimis, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen und erlebt eine Überraschung.

Wer jetzt also Mord(s)lust auf diese Anthologie aus dem Hause Wurdack Verlag bekommen hat, darf sich auf kurzweilige, mit einem Augenzwinkern zu betrachtende Fälle freuen.

Persönliche Meinung: 3,5 Sterne (von 5 möglichen)

3,5 Sterne weil mich nicht jede Handlung überzeugt hat, einige aber einen ganz besonderen Reiz und Ideenreichtum haben.

Krimis mit Lokalcharakter boomen ja derzeit, hier haben die Autoren jedoch mit detaillierten Beschreibungen zu der jeweiligen Stadt gespart, ob das so gewollt war, ist nicht zu erkennen.

KILLER, KÖTER, KLEINSTADTPATEN ist als Taschenbuch (176 Seiten) im Wurdack Verlag erschienen und kostet 12,95 Euro HIER 

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