Montag, 3. Januar 2011

KRIMI-COMIC- Nestor Burma - BILDER BLUTEN NICHT / eine Zeitreise in die 50er Jahre

Gastbeitrag von Martin Boisen,
Blog-Autor "fast alles über Comics"

„In den Markthallen bekommt man wirklich alles, sogar eine frische Leiche“, stellt Nestor Burma fest. Gleich neben dem Toten liegt das Raffael-Gemälde, das aus dem Louvre gestohlen wurde - allerdings nur in Kopie.

Ohne es zu wissen, steckt Burma bereits mitten drin bevor es überhaupt richtig losgeht. Er bekommt es mit zwielichtigen Kunstsammlern und echten Ganoven zu tun, aber dafür darf er sich von der heftig umworbenen Lebedame Jenny Levasseur das Tanzen beibringen lassen. (Verlags-Info)

Im Mai 2010 hat der Verlag Schreiber & Leser seine neue Reihe „noir“ vorgestellt. In der Reihe „noir“ präsentiert der Verlag nun literarische Krimis bzw. Krimis, die Literatur-Vorlagen haben. Bisher erschienen u.a. "Die Packard Gang“, „Die lange Nacht von St. Germain“ und „Coronado“ und -nach einigen Problemen- auch „Shutter Island“.

Gerade herausgekommen ist der Nestor Burma-Comic „Bilder bluten nicht" von Emmanuel Moynot, nach einem Kriminalroman von Leo Malet, erschienen 1954.

Es war der erste Roman in der Reihe "Die neuen Geheimnisse von Paris". Und die zweite Comicumsetzung von Nestor Burma-Krimis im Verlag Schreiber & Leser. Im Verlag Edition Moderne sind bereits 5 Comic-Adaptionen von Jacques Tardi erschienen. Der französische Comic-Autor Jacques Tardi hat auch eine eigene Nestor Burma Geschichte geschaffen, die 1989 bei Edition Moderne erschienen ist und nur in Comicform erhältlich ist. Für Nestor Burma Fans sozusagen unverzichtbar. Titel: "Blei in den Knochen".

Jeder Roman mit dem Privat-Detektiv Nestor Burma spielt in einem anderen Pariser Arrondissement. Am Ende dieser Geschichte erfährt der Leser Wissenswertes über das 1. Arrondissement und die Markthallen, in denen die Story spielt. Zusätzlich ist ein Stadtplan des 1. Arrondissement abgebildet.

Der Comic selbst ist über 60 Seiten lang. Ähnlichkeiten der Figuren aus den von Tardi gezeichneten Umsetzungen sind vorhanden und in meinen Augen beabsichtigt und richtig, zumal schon auf dem Buch-Cover darauf hingewiesen wird.

Emmanuel Moynot hält sich an die Vorlage und kürzt nur da wo es nicht stört. Im Gegensatz zu manchen Romanverfilmungen, wo man den Roman nicht mehr wiedererkennt.

Nicht nur die Figuren sind wunderbar gezeichnet, sondern auch die Umgebung (Gebäude, Landschaft, Paris, Seine).

Die Geschichte spielt in der Zeit der Ersterscheinung 1954. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die aber am Ende alle auf eines hinauslaufen, den Diebstahl des Raffael-Gemäldes. Nestor Burma löst sie alle auf und präsentiert uns die Lösung.

Wie diese aussieht, sollte man sich unbedingt anschauen, falls man den Original-Roman nicht kennt. Doch auch wer diesen bereits kennt, sollte sich diesen Comic nicht entgehen lassen.

Der Comic "Bilder bluten nicht" ist sozusagen eine "Verfilmung" und recht nah am Original, im Gegensatz zur TV-Serie, die modernisiert wurde. Eine Zeitreise in die 50er in Wort und Bild.

Wer sich für das Krimi-Comic-Prgramm des Leser & Schreiber Verlages interessiert findet weitere sehenswerte Comis HIER .

BLDER BLUTEN NICHT ist im Schreiber & Leser Verlag als gebundene Ausgabe (72 Seiten) für 18,80 Euro erschienen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.